Haben Sie den ersten Artikel dieser Reihe verpasst? Wir laden Sie ein, die drei Verbrauchersegmente zu erkunden, die diese Veränderungen vorantreiben, und zu erfahren, was sie über die Zukunft des Wertes in den VAE verraten, bevor Sie mit diesem zweiten Teil fortfahren.
Auch wenn sich die Haushalte in den Vereinigten Arabischen Emiraten in ihren Einstellungen stark unterscheiden, konvergiert ihr Verhalten doch in einem Punkt: einer größeren Bedachtsamkeit bei den täglichen Ausgaben. Eine neue landesweite Umfrage von Worldpanel by Numerator zeigt, wie sich diese veränderte Denkweise bereits auf die Alltagsroutinen, das saisonale Verhalten und die Entwicklung der einzelnen Produktkategorien im FMCG-Bereich auswirkt.
Das Verständnis dieser Verhaltensweisen ist für Marken von entscheidender Bedeutung, die sich in einem Umfeld bewegen, in dem Absatzdruck, Werbeempfindlichkeit und selektive Ausgaben nebeneinander bestehen.
Der Alltag wird immer stressiger
In allen Bereichen geben die Haushalte an, dass sie ihre frei verfügbaren Ausgaben einschränken. Auswärtsessen, gesellschaftliche Anlässe und Essenslieferungen nehmen ab, da die Familien ihre Ausgaben verstärkt auf das eigene Zuhause konzentrieren.
Mehr als zwei Drittel der Haushalte geben an, dass sie ihre täglichen Gewohnheiten als Reaktion auf die aktuellen Umstände geändert haben. Für manche geschieht dies aus der Not heraus, für andere aus dem Wunsch nach Kontrolle und Vorhersehbarkeit. So oder so: Der tägliche Konsum wird zunehmend auf das Zuhause ausgerichtet und bewusster gestaltet.
„Die Preissensibilität nimmt allgemein zu, besonders jedoch in der Gruppe der finanziell belasteten Verbraucher, bei der die Bereitschaft, die Marke zu wechseln oder Käufe aufzuschieben, am höchsten ist“, sagt Karan Gupta, Solutions Director, Advanced Analytics, bei Worldpanel by Numerator Africa & Middle East. „Dies setzt auf Loyalität basierende Wachstumsmodelle unmittelbar unter Druck.“
Der Ramadan wird eher zu einer Familienangelegenheit als zu einem gesellschaftlichen Ereignis
Das saisonale Verhalten spiegelt diesen Wandel deutlich wider. Während des Ramadan gingen soziale Aktivitäten wie Besuche bei Freunden, die Teilnahme an Veranstaltungen und das Ausgehen zum Iftar im Vergleich zu den Vorjahren zurück.
Gleichzeitig sorgten die Segmente „Routine Protectors“ und „Calm Calculators“ für einen Anstieg der Vorratskäufe im Lebensmittelbereich, was die Rolle des Zuhauses als Mittelpunkt des Familienlebens unterstrich. Selbst wenn die Gesamtausgaben begrenzt werden, hat das Auffüllen der Vorratsvorräte weiterhin Priorität, insbesondere bei Produkten, die mit den täglichen Mahlzeiten und Routinetätigkeiten in Verbindung stehen.
Dieses Muster verdeutlicht eine Verlagerung weg von äußerem Feiern hin zu innerer Stabilität – ein wichtiges Anzeichen dafür, wie sich emotionale Prioritäten wandeln.
Kategorien, die unter Druck stehen – und solche, die weiterhin geschützt bleiben
Unsere bundesweite Umfrage unter 1.294 Hauptentscheidern im Haushalt zeigt, dass der Druck nicht gleichmäßig über den FMCG-Sektor verteilt ist. Nicht-Grundbedarfsartikel und Genussprodukte sind in allen Segmenten dem höchsten Risiko ausgesetzt, darunter:
Getränke wie kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke, trinkfertige Säfte, Eistee und Energy-Drinks
Snacks, Süßwaren und Pralinen
Ausgewählte Tiefkühl- und Fertiggerichte
Diese Kategorien sind am stärksten von Einsparungen, Markenwechseln oder einer geringeren Kaufhäufigkeit betroffen.
Im Gegensatz dazu sind Produkte des täglichen Bedarfs und solche, die zur Routine gehören – wie Grundnahrungsmittel, Molkereiprodukte, Kochzutaten sowie Artikel für den täglichen Haushalt und die Körperpflege – weiterhin relativ gut abgesichert. Diese spielen nach wie vor eine stabilisierende Rolle bei den Haushaltsausgaben, insbesondere für Familien, denen es darauf ankommt, den Alltag aufrechtzuerhalten.
Die Vorsicht geht über den Einkaufskorb hinaus
Über den Bereich der Konsumgüter hinaus deutet die Untersuchung auf einen umfassenderen Wandel in der finanziellen Denkweise hin. Viele Haushalte, insbesondere die „Belasteten“, schieben längerfristige Verpflichtungen und Investitionen auf oder vermeiden sie ganz.
Trotz dieser Vorsicht geben die meisten Haushalte jedoch an, sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten sicher und geborgen zu fühlen. Anstelle von Panik herrscht eine Stimmung der besonnenen Zurückhaltung – man passt die Ausgaben heute an, hält sich aber gleichzeitig alle Optionen für die Zukunft offen.

Was das für Marken bedeutet
Zusammen mit der im ersten Artikel beschriebenen Segmentierung unterstreichen diese Verhaltensänderungen eine klare Botschaft: Wachstumsstrategien müssen zielgerichteter, emotionaler und kontextspezifischer sein.
Um auf dem aktuellen Markt in den Vereinigten Arabischen Emiraten erfolgreich zu sein, muss man nicht nur wissen, welche Produkte die Verbraucher weniger kaufen, sondern auch warum – und wie sich diese Beweggründe je nach der Einstellung der einzelnen Haushalte unterscheiden.
Wenn Sie mehr über die Ergebnisse dieser Umfrage erfahren möchten und darüber, was diese für Ihre Marke und Ihre Branche bedeuten, wenden Sie sich an unsere Experten vor Ort.
Karan Gupta
Solutions Director, Advanced Analytics
Worldpanel by Numerator Afrika & Naher Osten

