Südafrikanische Haushalte gehen bei ihren Ausgaben für Lebensmittel zunehmend bewusster vor: Sie gehen häufiger einkaufen, kaufen dabei jedoch weniger Artikel pro Einkauf und passen gleichzeitig die Art und Weise an, wie sie zu Hause Essen zubereiten und verzehren.
Neue Erkenntnisse aus der Studie „Plate of the Nation“ von Worldpanel by Numerator zeigen, dass der südafrikanische FMCG-Markt in den zwölf Monaten bis Juni 2026 ein Volumen von 422 Milliarden Rand erreichte und wertmäßig um 2,3 % wuchs. Der Konsum der Haushalte blieb jedoch weitgehend unverändert, wobei das Mengwachstum auf Marktniveau lediglich 1,3 % betrug. Speziell im Lebensmittelbereich wuchs der Markt wertmäßig um 2,4 % und mengenmäßig um 1,8 %, wobei Lebensmittel fast zwei Drittel der Ausgaben für Lebensmittel ausmachten.
Dieser Wandel zeigt sich besonders deutlich im Einkaufsverhalten. Im Juni 2026 unternahmen die Südafrikaner 108 Einkäufe pro Jahr, gegenüber 105 im Vorjahr, während die Anzahl der pro Einkauf gekauften Packungen von 6,55 auf 6,37 sank, was darauf hindeutet, dass die Verbraucher offenbar auf ihr Lebensmittelbudget achten. Auch die durchschnittliche Packungsgröße ging um 0,5 % zurück; diese Verkleinerung könnte entweder auf die Hersteller zurückzuführen sein oder auf die Nachfrage der Verbraucher.
„Es geht nicht einfach nur darum, dass die Verbraucher ihre Ausgaben im Griff haben. Sie gehen bei ihren Ausgaben zunehmend selektiver vor, und das verändert die Zusammensetzung des Einkaufskorbs. Häufigere Einkäufe und kleinere Einkaufskörbe deuten darauf hin, dass die Haushalte beim Einkaufen viel überlegter und vorsichtiger vorgehen“, sagt Vanessa Hall, Commercial Growth Partner bei Worldpanel by Numerator South Africa.
Fertiggerichte gewinnen zunehmend die Oberhand über das Kochen aus frischen Zutaten
Betrachtet man speziell die Abnahmemenge pro Käufer, so schneiden Grundnahrungsmittel, deren Zubereitung weniger Zeit und Aufwand erfordert, besser ab als Produkte, deren Zubereitung länger dauert. Bei Instant-Nudeln stieg die Abnahmemenge pro Käufer um 11,5 %, während sie bei Brot um 1,3 % und bei Frühstücksmüsli um 1,9 % zunahm. Im Gegensatz dazu ging die Abnahmemenge pro Käufer bei Grundnahrungsmitteln mit längerer Zubereitungszeit zurück, darunter Mehl (-6,8 %), Nudeln (-4,6 %) und Samp (-1,5 %).
Das gleiche Muster zeigt sich bei allen Mahlzeitenlösungen, wobei Marinaden das Wachstum vorantreiben, da sie einen schnelleren Weg zum Geschmack bieten.
Zu Hause wird zum neuen „Take-away“
Bequemlichkeit geht zudem Hand in Hand mit Erschwinglichkeit, da Verbraucher Wege finden, Essensgelegenheiten nachzubilden, die zuvor möglicherweise außerhalb des eigenen Zuhauses stattfanden.
Die Marktdurchdringung von zubereitetem Tiefkühlgeflügel stieg von 18,7 % im Jahr 2024 auf 23,3 % im Jahr 2026, während die Marktdurchdringung von unverarbeitetem Tiefkühlgeflügel zurückging. Auch die Absatzmenge pro Käufer stieg bei zubereitetem Tiefkühlgeflügel an, während das Segment des unverarbeiteten Geflügels weiter schrumpfte.
Ein weiteres Beispiel sind verzehrfertige gekühlte Desserts, deren Kategorie innerhalb von zwei Jahren ein Wachstum von rund 40 % verzeichnete.
„Bequemlichkeit ist mittlerweile viel enger mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis verbunden. Die Verbraucher entscheiden sich nicht unbedingt zwischen selbst zu Hause kochen und auswärts essen; sie suchen nach Produkten, mit denen sie das gewünschte Erlebnis mit weniger Zeitaufwand, weniger Mühe und weniger Geld nachstellen können. Daher wird es für Marken immer wichtiger, den jeweiligen Anlass selbst zu verstehen“, sagt Hall.
Vom Korb auf den Teller
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass südafrikanische Verbraucher nicht einfach nur sparen, sondern ihren täglichen Lebensmittelkonsum grundlegend umgestalten.
Die Haushalte gehen häufiger einkaufen und kaufen dabei jeweils weniger Artikel; sie entscheiden sich für schneller zuzubereitende Produkte; sie greifen zu Hause häufiger auf Gerichte im Stil von Fertiggerichten zurück; sie suchen nach einfachen Möglichkeiten, ihren Speisen mehr Geschmack zu verleihen; und sie setzen auf vielseitige Produktgruppen wie Eier und Milchprodukte, um diese über mehrere Mahlzeiten hinweg zu nutzen.
„Die wichtigste Chance für die Lebensmittelbranche besteht darin, zu verstehen, dass Verbraucher ihre Kaufentscheidungen unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren treffen. Der Preis spielt zwar eine Rolle, aber ebenso wichtig sind Zeit, Aufwand, Geschmack, Vielseitigkeit und die Gelegenheiten, die ein Produkt eröffnen kann. Die Marken, die am besten für Wachstum positioniert sind, werden diejenigen sein, die mehrere dieser Vorteile gleichzeitig bieten und dem Verbraucher das Gefühl vermitteln, dass das Produkt seinen Platz im Einkaufskorb verdient“, fasst Hall zusammen.
Wenn Sie die vollständige Analyse von „Plate of the Nation“ einsehen möchten, wenden Sie sich bitte an unsere Experten.
Vanessa Hall
Commercial Growth Partner Südafrika
Worldpanel by Numerator

