Wer hat den „Lieferkrieg“ bezahlt? Die Apps haben die Kosten für den Kampf um die Kunden während der Weltmeisterschaft übernommen

Die Daten von Worldpanel by Numerator zeigen, dass die Plattformen den Großteil der den Verbrauchern angebotenen Anreize finanziert haben, was eine Veränderung der Wettbewerbsdynamik in der Branche unterstreicht.

Die Weltmeisterschaft 2026 war mehr als nur eine Zeit mit hoher Nachfrage im Lieferdienst.

Die Daten von Worldpanel by Numerator zeigen, dass das Turnier auch einen Wandel in der Art und Weise markierte, wie der Wettbewerb zwischen den Plattformen abläuft. Anstatt die Werbeanreize auf die Partnerrestaurants zu konzentrieren, übernahmen nun die Apps selbst den größten Teil der den Verbrauchern angebotenen Rabatte.

Die während der Weltmeisterschaft durchgeführte Auswertung zeigt, dass 87 % der Bestellungen mit Rabatt einen direkt von den Plattformen gewährten finanziellen Anreiz erhielten. Gleichzeitig erhielten 76 % der Verbraucher bei mindestens einer während des Turniers getätigten Bestellung einen Rabatt, was die Intensität des Wettbewerbs um Nutzer während dieses Zeitraums verdeutlicht.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass der Wettbewerb nicht mehr hauptsächlich von den Partnerbetrieben abhängt, sondern nun von den Plattformen finanziert wird – als Strategie, um Bestellungen anzukurbeln, neue Kunden zu gewinnen und den Marktanteil zu steigern.

Apps standen bei den Anreizen für Verbraucher an erster Stelle

Obwohl während der Weltmeisterschaft verschiedene Arten von Vergünstigungen nebeneinander bestanden, spielten die Apps eine entscheidende Rolle bei der Senkung der Kosten für die Verbraucher.

Neben den von den Plattformen gewährten Rabatten wurden 63 % der Bestellungen versandkostenfrei geliefert, und bei 30 % kamen Rabatte zum Tragen, die von Restaurants oder Partnergeschäften finanziert wurden. In der Praxis standen den Verbrauchern verschiedene Möglichkeiten zur Senkung der Einkaufskosten zur Verfügung, doch der Großteil der Werbeausgaben entfiel auf die Apps.

Diese Führungsposition zeigt sich auch, wenn man die finanziellen Auswirkungen der einzelnen Anreize betrachtet. Bei Bestellungen, für die ein Rabatt der Plattform gewährt wurde, machte der Vorteil durchschnittlich 37 % des Kaufpreises aus. Die von den Restaurants gewährten Rabatte entsprachen hingegen 33 % des Rechnungsbetrags, während der kostenlose Versand eine durchschnittliche Ersparnis von 21 % ermöglichte.

Von der Werbung zur Strategie zur Kundengewinnung

Die Ergebnisse untermauern einen Trend, der bereits zuvor auf dem Markt zu beobachten war und während der Weltmeisterschaft an Dynamik gewonnen hat: Rabatte sind nicht mehr nur Werbeaktionen, sondern mittlerweile fester Bestandteil der Strategie der Plattformen zur Kundengewinnung.

Indem sie den Großteil der finanziellen Anreize übernehmen, erweitern die Apps ihre Möglichkeiten, direkt um Marktanteile zu konkurrieren, werfen aber auch eine strategische Frage für die Branche auf: Inwieweit ist dieses Modell in der Lage, Kundenbindung zu schaffen, anstatt lediglich die Abwanderung der Verbraucher zu den Anbietern zu fördern, die gerade die besten Vorteile bieten?

Diese Veränderung wirkt sich auch auf das Verhältnis zwischen Plattformen und Restaurants aus. Wenn die Apps künftig den größten Teil der Werbeausgaben übernehmen, verschiebt sich das Wettbewerbsgleichgewicht des gesamten Ökosystems. Die Herausforderung besteht nicht mehr nur darin, das Bestellvolumen zu steigern, sondern auch darin, eine treue Kundschaft aufzubauen, ohne ständig auf Subventionen angewiesen zu sein.

Was die Weltmeisterschaft für den Lieferdienstmarkt bedeuten könnte

Obwohl die Umfrage im Rahmen einer großen Sportveranstaltung durchgeführt wurde, deuten die Ergebnisse auf Trends hin, die auch nach Ende des Turniers bestehen bleiben könnten.

Angesichts des Markteintritts neuer Wettbewerber und steigender Werbeausgaben wird es immer wichtiger zu verstehen, mit welchen Strategien sich kurzfristige Anreize in Kundenbindung und nachhaltiges Wachstum umwandeln lassen.

Die Daten deuten darauf hin, dass der brasilianische Lieferdienstmarkt nicht nur den Konsum während der Weltmeisterschaft ankurbelt, sondern möglicherweise in eine neue Phase eintritt, in der die Fähigkeit der Plattformen, Vergünstigungen zu finanzieren, zu einem der wichtigsten Wettbewerbsvorteile wird.

Methodik

Die Ergebnisse beziehen sich auf die von Worldpanel by Numerator zwischen dem 29. Juni und dem 19. Juli 2026 durchgeführte Erhebung „Delivery während der WM“. Die Analyse berücksichtigt Verbraucher, die Bestellbelege für Bestellungen im Zeitraum vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 geteilt haben, was dem Beginn und dem Ende der Weltmeisterschaft entspricht.

Häufig gestellte Fragen

▼ Wer hat den größten Teil der Preisnachlässe während der Fußball-WM finanziert?

Laut Worldpanel by Numerator erhielten 87 % der Bestellungen mit Rabatt einen finanziellen Anreiz, der direkt von den Liefer-Apps gewährt wurde.

▼ Wie viele Verbraucher haben in diesem Zeitraum Rabatte erhalten?

Die Studie zeigt, dass 76 % der Verbraucher bei mindestens einer Bestellung während der Weltmeisterschaft einen Rabatt erhalten haben.

▼ Welche Anreize wurden neben den Rabatten am häufigsten genutzt?

Im untersuchten Zeitraum waren 63 % der Bestellungen versandkostenfrei, und bei 30 % wurden Rabatte gewährt, die von Restaurants oder Partnergeschäften finanziert wurden.

▼ Wie stark wirkten sich die Rabatte im Durchschnitt auf den Kaufpreis aus?

Die von den Apps gewährten Rabatte machten im Durchschnitt 37 % des Kaufpreises aus. Die Rabatte der Restaurants beliefen sich auf 33 % des Rechnungsbetrags, und durch die kostenlose Lieferung ergab sich eine durchschnittliche Ersparnis von 21 %.

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