Kolumbianische Haushalte kaufen bereits über 9,4 Vertriebskanäle ein und gestalten den Wettbewerb im Einzelhandel neu.

Die kürzlich erfolgte Übernahme der Makro-Vermögenswerte durch Cencosud hat den kolumbianischen Einzelhandel erneut in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt. Abgesehen von diesen unternehmerischen Entwicklungen vollzieht sich der tiefgreifendste Wandel jedoch im Verbraucherverhalten.

Nach Angaben von Worldpanel by Numerator verteilen kolumbianische Haushalte ihre Einkäufe auf eine immer größere Anzahl von Vertriebskanälen und tätigen dabei häufigere und gezieltere Einkäufe. Infolgedessen hängt der Wettbewerb nicht mehr ausschließlich davon ab, Marktanteile zu gewinnen, sondern von der Fähigkeit der einzelnen Vertriebsformate, auf ein spezifisches Verbraucherbedürfnis einzugehen.

Heute kaufen kolumbianische Haushalte im Durchschnitt über 9,4 verschiedene Vertriebskanäle ein, um sich mit Konsumgütern des täglichen Bedarfs zu versorgen, gegenüber 8,8 Kanälen im Jahr 2023. Diese Entwicklung spiegelt ein Verbraucherverhalten wider, bei dem je nach Einkaufsanlass Supermärkte, Hard-Discounter, Nachbarschaftsläden, Minimärkte und Fachgeschäfte kombiniert werden, um den Nutzen jedes Einkaufsbesuchs zu maximieren.

Die Nähe ist nicht mehr nur ein Format, sondern wird zu einer Einkaufsmission

Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Einkaufsaufträge.

Während die Einkäufe zur Vorratshaltung und zum Nachkauf – die mengenmäßig am stärksten vertreten sind – relativ stabil bleiben, verzeichnen die Einkäufe aus der näheren Umgebung bei den großen Handelsketten das stärkste Wachstum. Dabei handelt es sich um Einkäufe, bei denen zwei oder drei Produkte erworben werden, um unmittelbare Bedürfnisse zu decken – eine Entwicklung, die die Einkaufshäufigkeit erhöht und die Rolle der verschiedenen Formate neu definiert.

Die Daten zeigen, dass Verbraucher Effizienz suchen, ohne dabei auf Komfort zu verzichten. Nähe und Schnelligkeit gewinnen gegenüber Großeinkäufen an Bedeutung und treiben eine stärkere Spezialisierung der Vertriebskanäle voran.

In diesem Zusammenhang wird „Nähe“ nicht mehr nur als Geschäftsmodell verstanden, sondern wird zu einem Kaufkriterium. Verbraucher entscheiden sich zunehmend danach, wo sie einkaufen, je nach Verzehrzeitpunkt und nicht ausschließlich aufgrund des Preises – ein Trend, der die Wachstumsstrategien im Einzelhandel neu definiert.

Der traditionelle Kanal eröffnet neue Möglichkeiten

Dieser Wandel kommt auch dem traditionellen Vertriebskanal zugute.

Obwohl Nachbarschaftsläden und Minimärkte in den letzten 14 Jahren rund 50 % ihres wertmäßigen Marktanteils eingebüßt haben, erkennt Worldpanel by Numerator gerade im Bereich der Nahversorgung Anzeichen einer Erholung.

Kategorien wie Eier, Kaffee, Trinkmilch, Frischfleisch, frisches Hähnchen und Käse treiben das Wachstum dieses Vertriebskanals erneut voran und bestätigen, dass Nachbarschaftsläden nach wie vor eine wichtige Rolle spielen, wenn Haushalte Wert auf Unmittelbarkeit und Nähe legen.

Der traditionelle Einzelhandel holt nicht nur verlorenen Boden wieder auf, sondern festigt vielmehr eine neue Position innerhalb des kolumbianischen Einzelhandelsökosystems, wo er neben Supermärkten, Hard-Discountern und Fachgeschäften besteht, von denen jedes ein eigenes, unverwechselbares Wertversprechen bietet.

Markenprodukte treiben das Marktwachstum an

Der Wandel im Konsumverhalten spiegelt sich auch in der Entwicklung der Marken wider.

Nach Angaben von Worldpanel by Numerator ist der größte Teil des Marktwachstums auf Handelsmarken zurückzuführen, während auch Eigenmarken ein Wachstum verzeichnen, wenn auch mit einem geringeren Beitrag zur Gesamtentwicklung des Marktes.

Gleichzeitig zeigen die Haushalte eine größere Bereitschaft, in Kategorien mit hoher Wertschöpfung zu investieren.

Das repräsentativste Beispiel ist die Körperpflege – eine Kategorie, die von Verbrauchern vorangetrieben wird, die immer mehr Produkte in ihre Routinen integrieren und immer ausgefeiltere Konsumgewohnheiten entwickeln.

Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, dass Verbraucher ihr Budget strategischer verwalten: Sie optimieren ihre Ausgaben in den Grundbedarfsbereichen, sind aber bereit, mehr dort zu investieren, wo sie einen persönlichen Nutzen sehen. Diese Kombination aus Sparsamkeit, Komfort und Mehrwert erklärt einen Großteil der Entwicklung des Massenkonsums und bestimmt die Investitionsentscheidungen des kolumbianischen Einzelhandels.

Häufig gestellte Fragen

▼ Über wie viele Kanäle kaufen kolumbianische Haushalte Konsumgüter des täglichen Bedarfs ein?

Laut Worldpanel by Numerator nutzen kolumbianische Haushalte im Durchschnitt 9,4 Vertriebskanäle für den Kauf von Konsumgütern, gegenüber 8,8 im Jahr 2023.

▼ Was treibt das Wachstum des lokalen Einkaufs voran?

Die Haushalte tätigen kleinere, aber häufigere Einkäufe, um ihren unmittelbaren Bedarf zu decken, wobei sie Wert auf Nähe, Schnelligkeit und Bequemlichkeit legen.

▼ Gewinnt der traditionelle Kanal wieder an Bedeutung?

Ja. Obwohl der Marktanteil in Bezug auf den Umsatz in den letzten 14 Jahren zurückgegangen ist, gibt es Anzeichen für eine Erholung dank des Wachstums bei den Einkäufen in der Nähe des Wohnorts, insbesondere in Kategorien wie Eier, Kaffee, Trinkmilch, Frischfleisch, frisches Hähnchenfleisch und Käse.

▼ In welchen Kategorien zeigen die Verbraucher die größte Investitionsbereitschaft?

Die Körperpflege steht an der Spitze dieses Trends, angetrieben von Haushalten, die immer mehr Produkte in ihre Pflegeroutine integrieren und nach einem höheren Mehrwert suchen.

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