Die Ausgaben für Genusssnacks und Körperpflegeprodukte steigen rasant an, da sich die Prioritäten der Verbraucher wandeln.

Nach einem Jahr, in dem Indiens FMCG-Markt kein Wachstum verzeichnete, richteten sich alle Augen auf eine Erholung im Jahr 2023. Auf den ersten Blick schienen sich die Erwartungen zu bestätigen, denn der Verbrauch stieg im Jahresverlauf um 6,1 %. Dies war jedoch ausschließlich auf eine einzige Kategorie zurückzuführen: Atta (Weizenmehl). Nimmt man Atta aus der Berechnung heraus, sank das Wachstum auf 2,7 % und entsprach damit genau dem Bevölkerungswachstum Indiens; das bedeutet, dass das gestiegene Volumen ausschließlich auf eine größere Bevölkerung zurückzuführen war.

In der Hälfte aller von Kantar in Indien erfassten FMCG-Kategorien ging der Verbrauch zurück oder blieb unverändert. Die stärksten Rückgänge waren bei Speiseölen zu verzeichnen, gefolgt von Waschpulver, Basmatireis und Salz – allesamt Kategorien, die in großen Mengen gekauft werden.

Ein ganzheitliches Wachstum ist selten. Nur 14 Kategorien verzeichnen bei allen wichtigen Kennzahlen ein Wachstum, darunter der Pro-Kopf-Verbrauch, die Pro-Kopf-Ausgaben und eine Marktdurchdringung, die schneller zunimmt als die Bevölkerung. Dazu gehören Instantkaffee, Insektizide, Schokolade sowie Kekse und Plätzchen.

Es gibt zudem Anzeichen dafür, dass Verbraucher in bestimmten Kategorien, in denen das Wertwachstum im Vergleich zum Mengenwachstum langsamer verläuft, auf günstigere Produkte umsteigen: Handwaschmittel, Duschgel, Shampoos, Bodenreiniger und Speiseöle.

Essen geht vor Getränken

Die Ausgaben für Konsumgüter des täglichen Bedarfs stiegen im Jahr 2023 um 8,5 % und lagen damit über der durchschnittlichen Inflationsrate von 5,7 % für dieses Jahr. Bei genauerer Betrachtung der Ausgabengewohnheiten zeigt sich, dass der Großteil des Ausgabenanstiegs auf Lebensmittelkategorien und weniger auf Getränke zurückzuführen ist. Am stärksten wuchs der Absatz von Keksen, dicht gefolgt von salzigen Snacks, Speiseeis und Schokolade. Diese Entwicklung unterstreicht die Vorliebe der Verbraucher für genussvolle und praktische Snackoptionen.

Auch die indische Kosmetik- und Körperpflegeindustrie verzeichnet einen Aufschwung und wird 2023 wertmäßig um 15 % wachsen, wobei Seifen, Deodorants, Haarshampoos und Haarfärbemittel die Spitzenreiter sind. Das Segment Haarpflege verfügt jedoch noch über erhebliches Wachstumspotenzial.

Die Auswirkungen einer verbesserten Mobilität

Die weitere Lockerung der COVID-Beschränkungen im Jahr 2023 führte dazu, dass indische Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich 14 zusätzliche Ausflüge unternahmen. Die Zahl der Auswärtsbesuche (OOH) belief sich auf 43, was einem Anstieg von fast 50 % im Jahresvergleich entspricht.

Die Zunahme der Einkäufe führte zu einem deutlichen Anstieg der Packungskäufe: Im Durchschnitt wurden beeindruckende 81 Packungen mehr gekauft – doppelt so viele wie im Jahr 2022. Auch hier gibt es Anzeichen für ein verstärktes Interesse an den Kategorien der Genusssnacks.

Südindien war ein Wachstumsschwerpunkt: Die Gesamtzahl der Einkaufsbesuche hat sich im Vergleich zu 2022 fast verdoppelt, parallel dazu stieg die Zahl der Packungskäufe um enorme 185 %. Dies deutet auf eine gestiegene Kaufkraft und ein gestärktes Verbrauchervertrauen hin.

Was erwartet uns also im Jahr 2024?

In Indien stehen Wahlen an – doch es ist nicht zu erwarten, dass dies große Auswirkungen auf den FMCG-Sektor haben wird. In vergangenen Wahljahren kam es zu keinem Konsumanstieg; im Gegenteil, all die „Werbegeschenke“, die die Haushalte erhielten, führten zu Stagnation oder sogar zu einem Rückgang.

Sollte es wieder ein heißer Sommer werden, könnte dies Kategorien wie abgefüllte Erfrischungsgetränke, Speiseeis und Sonnenschutzmittel beflügeln. Das Gesamtwachstum dürfte sich jedoch nur unwesentlich auf den gesamten FMCG-Markt auswirken.

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