Die kolumbianische Wirtschaft zeigt Anzeichen einer allmählichen Erholung, wobei für 2024 ein jährliches BIP-Wachstum von 1,8 % prognostiziert wird, das durch den steigenden Konsum der privaten Haushalte angetrieben wird. Herausforderungen wie die hohe Quote der informellen Beschäftigung (55,9 % im Zeitraum März bis Mai 2024) und der Anstieg der notleidenden Kredite bei den Kreditinstituten, die 35,4 Billionen Pesos erreichten, spiegeln jedoch ein komplexes Umfeld für Verbraucher und Marken wider.
Im Jahr 2024 war ein deutlicher Anstieg des durchschnittlichen Einkaufswerts um 16 % sowie ein Anstieg der durchschnittlichen Ausgaben um 13,8 % zu verzeichnen. Darüber hinaus stieg der durchschnittliche Einkaufswert in kolumbianischen Pesos um 20 % und erreichte damit seit 2021 einen historischen Höchststand von 155 Punkten.
Dieses Wachstum spiegelt sich in einer höheren Stückzahl und einem höheren Umsatz pro Kaufvorgang bei fast allen Warenkörben wider, wobei Getränke, Lebensmittel und Haushaltsreiniger die dynamischsten Kategorien sind.
Eine stärkere Präsenz ist für Marken entscheidend
Anhand der Consumer Insights für das zweite Quartal dieses Jahres bieten wir eine Analyse eines der Faktoren, die das Wachstum von Marken in Kolumbien ermöglichen.
Ein wichtiger Wachstumsfaktor ist eine stärkere Präsenz, was bedeutet, die Dynamik der Vertriebskanäle zu verstehen, die für die einzelnen Warenkörbe und Kategorien relevant sind.
Das Phänomen der Discounter, deren Marktdurchdringung mit 99 % ihren Höchststand erreicht hat, ist weiterhin durch eine hohe Einkaufshäufigkeit und höhere Ausgaben gekennzeichnet, wobei der durchschnittliche Wareneinsatz steigt und das Einkaufsvolumen pro Besuch stabil bleibt.

Über welche Vertriebskanäle kaufen die Kolumbianer ein?
Dies hat auch die Dynamik bei den Eigenmarken verändert, die nun 8 % zum Wachstum des Warenkorbs beitragen, während Handelsmarken weitere 2 % ausmachen.
Dennoch entfallen immer noch 75 % der Ausgaben auf andere Vertriebskanäle, wie beispielsweise den stationären Handel, der ebenfalls Wachstumschancen bietet, insbesondere in Kategorien wie Thunfisch, Haferflocken und Butter in Nachbarschaftsläden und Minimärkten.
Auch wenn der Omnichannel-Ansatz nach wie vor präsent ist, scheint der Verbraucher beim Besuch der verschiedenen Kanäle seine Routine gefunden zu haben, einschließlich des modernen Handels, wo die sozioökonomischen Schichten 2 und 3 auf der Suche nach einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis sind.
Zudem erreicht der E-Commerce zwar 20,9 % der Käufer, macht jedoch nur 1 % der Haushaltsausgaben aus, was auf ein großes Potenzial im Bereich der automatischen Nachbestellung von Produkten wie Toilettenpapier, Shampoo und Parfüm hindeutet.
Eine stärkere Präsenz bedeutet, die Lücken in jeder Kategorie zu identifizieren und dort präsent zu sein, wo die Kunden bereits kaufbereit sind. Dazu gehört die Entwicklung von Einstiegsmarken oder -produkten für moderne Vertriebskanäle sowie die Sicherstellung einer Präsenz in jeder Einkommensgruppe entsprechend deren aktuellen Bedürfnissen.
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