Strategien für Wachstum im FMCG-Bereich

Lateinamerika festigt seine Position als widerstandsfähige Region für den Massenkonsum (FMCG) und verzeichnet trotz der weltweit unsicheren Wirtschaftslage ein nachhaltiges Wachstum. Der lateinamerikanische Verbraucher hat aufgrund seiner langjährigen Erfahrung im Umgang mit Inflation und ständigen Preisänderungen eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit entwickelt.

Aber wie verhält sich der lateinamerikanische Shopper im Jahr 2025? Laut unserer Studie „Consumer Insights” liegt der Schlüssel in einer Neudefinition seiner Ausgabenprioritäten und einer immer ausgefeilteren Einkaufsstrategie.

Der lateinamerikanische Shopper: Ein Experte in Sachen Anpassung

Trotz der globalen Konjunkturabschwächung und makroökonomischer Unsicherheiten wie den US-Zöllen und der Lage der chinesischen Wirtschaft verzeichnete der FMCG-Markt in Lateinamerika das zehnte Quartal in Folge ein Volumenwachstum.

Dies liegt daran, dass der lateinamerikanische Verbraucher „ein Experte im Umgang mit Inflation” ist und weiß, wie er mit Preisauswirkungen umgehen muss. Die Haushalte verlagern ihre Ausgabenprioritäten nicht nur innerhalb der Kategorien des Massenkonsums, sondern wenden auch Mittel für andere Bereiche wie Bildung oder Kultur auf.

Unser Bericht zeigt, dass der Anteil der Verbraucher, die sich finanziell wohlfühlen, gestiegen ist, auch wenn dies gewisse Einschränkungen oder Anpassungen bei ihren täglichen Einkäufen mit sich bringt.

Siehe Bericht über Interessengruppen

Die Polarisierung der Ausgaben: Der „High-Low”-Effekt

Einer der auffälligsten Trends ist der „High-Low-Effekt”. Bei der Auswahl von Marken tendieren Verbraucher zunehmend zu zwei gegensätzlichen Extremen: Premiummarken und Eigenmarken (Private Labels). Eigenmarken sind um 13 % und Premiummarken um 2 % gewachsen, während Mainstream- oder Mittelklasse-Marken größere Schwierigkeiten haben, ihren Marktanteil zu halten.

Dieses Phänomen beschränkt sich nicht nur auf Haushalte mit finanziellen Schwierigkeiten; selbst Verbraucher, die sich finanziell gut gestellt fühlen, wenden diese Strategie an.

Beispielsweise geben Haushalte in Kolumbien, die unter finanziellem Druck stehen, 22 % ihres Budgets für FMCG-Produkte für Premiummarken und 27 % für Eigenmarken aus. Dieses Verhalten spiegelt im Falle der Premiummarken das Streben nach Genuss oder Vergnügen wider, während es bei den Eigenmarken um eine Lösung in Bezug auf Preis und Wert geht.

Kaufkanäle: Die Omnikanalität des Wertes

Omnichannel-Shopping ist in Lateinamerika eine fest etablierte Realität, wobei Käufer pro Jahr fast 10 verschiedene Kanäle besuchen. Die Kaufhäufigkeit ist zurückgegangen, aber das Volumen pro Einkauf ist gestiegen, was den Verbraucher dazu veranlasst, an verschiedenen Verkaufsstellen nach besseren Optionen zu suchen.

Die „preiswerten“ Vertriebskanäle wie Discounter und Großhändler sind die großen Gewinner dieser Dynamik und werden sogar von Haushalten mit guter wirtschaftlicher Lage bevorzugt. Während Discounter mit Eigenmarken florieren, bieten Großhändler führende oder Premium-Marken zu günstigeren Preisen an.

Der E-Commerce verzeichnet ebenfalls ein Wachstum, das durch die Bequemlichkeit angetrieben wird, obwohl er nicht immer die günstigste Option ist. Auf der anderen Seite verliert der traditionelle Vertriebskanal insgesamt an Besuchern.

Loyalität am Point of Sale: Vertriebskanal vs. Marke

Auf dem Weg zum Kauf ist der Vertriebskanal die erste Wahl des Verbrauchers und seine unflexibelste Option; es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit (etwa 70 % in Brasilien und Mexiko), dass der Kanal beim nächsten Besuch wieder genutzt wird. Die Markentreue ist jedoch viel geringer: Nur 30 % in Brasilien und 50 % in Mexiko würden wahrscheinlich wieder dieselbe Marke kaufen.

Das bedeutet, dass Verbraucher eher bereit sind, die Marke zu wechseln, wenn sie ihre bevorzugte Marke nicht im gewählten Vertriebskanal finden. Allerdings erzielen führende Marken oder Marken mit einem guten Ruf und einer starken emotionalen Bindung zum Verbraucher eine höhere Kaufhäufigkeit, wodurch das Risiko der Untreue gemindert wird.

Chancen und Schlüsselkategorien im FMCG-Bereich

Die Kategorien Getränke und Körperpflege (Hygiene und Schönheit) gewinnen zunehmend an Bedeutung, was auf eine größere Marktdurchdringung und im Falle der Körperpflege auch auf eine höhere Kaufhäufigkeit zurückzuführen ist. Dies ist auf Trends wie das Streben nach Gesundheit und den Wunsch nach Belohnung oder persönlichem Vergnügen zurückzuführen. Für Marken ist es entscheidend zu verstehen, was der Verbraucher in jedem Segment am meisten schätzt, um ein ausgewogenes Wertversprechen anzubieten, das Notwendigkeit, Genuss und Erschwinglichkeit miteinander verbindet.

Der lateinamerikanische Verbraucher ist ein Stratege im Umgang mit seinem Budget. Für FMCG-Unternehmen liegt der Schlüssel zum Erfolg im Jahr 2025 darin, dieses „High-Low”-Verhalten und die wachsende Bedeutung von „Value for Money”-Kanälen zu verstehen.

Kontaktieren Sie unsere Spezialisten, um verbraucherorientierte Strategien zu entwickeln.

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