Die Brasilianer essen weiterhin auswärts, aber die Art und Weise, wie sie das tun, hat sich geändert.
Daten aus der Studie „Consumer Insights“ von Worldpanel by Numerator zeigen, dass die Verbraucher zwar seltener in Geschäfte gehen, dabei aber pro Besuch mehr ausgeben.
Zwischen dem ersten Quartal 2025 und dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 2026:
- Die pro Reise ausgegebenen Beträge stiegen um 28,3 %
- Die Konsumausgaben gingen um 7,1 % zurück
Diese Entwicklung deutet auf eine bedeutende Veränderung im Verbraucherverhalten hin. Anstatt die Häufigkeit ihrer Ausgaben beizubehalten, achten die Brasilianer nun stärker darauf, wann, wo und wofür sie ihr Geld ausgeben.
Das Zeitalter der kleinen Luxusgenüsse hält Einzug in den Außer-Haus-Konsum
Der Anstieg der Ausgaben pro Anlass steht in direktem Zusammenhang mit dem Phänomen der sogenannten kleinen Luxusausgaben.
Angesichts zunehmender finanzieller Engpässe verzichten die Verbraucher nicht unbedingt auf Erlebnisse außerhalb ihres Zuhauses.
Sie legen nun Wert auf Momente, die Folgendes bieten:
- Bequemlichkeit
- Persönliche Zufriedenheit
- Funktionalität
- Bessere Wertwahrnehmung
Die Verbraucher geben weiterhin Geld aus. Sie wählen jedoch sorgfältiger aus, wofür es sich lohnt, ihr Geld auszugeben.
Diese Logik hilft zu erklären, warum der Konsum außerhalb des eigenen Haushalts trotz der geringeren Häufigkeit weiterhin eine wichtige Rolle spielt.
Die Mahlzeiten rücken in den Mittelpunkt
Eine der wichtigsten Veränderungen in diesem Zeitraum war die zunehmende Bedeutung der Mahlzeiten als Anlass zum Verzehr.
Formate rund um die tägliche Ernährung haben an Bedeutung gewonnen, darunter:
- Restaurants, in denen nach Gewicht abgerechnet wird
- All-you-can-eat-Buffet
- Fertiges Gericht
Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Wachstum:
- +49,6 % wertmäßig
- +51,1 % bei der Häufigkeit
Der Anstieg war bei verschiedenen Verbrauchergruppen zu verzeichnen, fiel jedoch besonders stark aus bei:
- Klassen D/E: +59,9 %
- Verbraucher im Alter von 30 bis 39 Jahren: +92,4 %
Die Rückkehr zum Präsenzunterricht kurbelt den Konsum an
Ein Teil dieses Wachstums ist auf die Ausweitung der Präsenzveranstaltungen zurückzuführen.
Mit mehr Leuten:
- Vor Ort arbeiten
- Sich häufiger fortbewegen
- Mehr Zeit außerhalb des Hauses verbringen
Die Mahlzeiten spielen wieder eine zentrale Rolle im Tagesablauf.
Gleichzeitig wächst der Bedarf an praktischen Lösungen für den Alltag.
Snacks erleben aufgrund von Zeitmangel einen Aufschwung
Die Bequemlichkeit ist zu einem der wichtigsten Triebfaktoren für den Außer-Haus-Konsum geworden.
In diesem Zusammenhang sind Kategorien wie:
- Sandwiches
- Hamburger
- Schnelle Snacks
verzeichneten ein Wachstum von:
- 19,3 % wertmäßig
Der Hauptgrund ist der Zeitmangel, um zu Hause Mahlzeiten zuzubereiten.
Dieser Fortschritt war in allen sozialen Schichten zu beobachten und fiel insbesondere bei den Frauen auf:
- +64,2%
Alkoholfreie Getränke gewinnen an Bedeutung
Alkoholfreie Getränke verzeichneten in diesem Zeitraum eine der deutlichsten Entwicklungen.
Die Kategorie ist gewachsen:
- 45,4 % wertmäßig
Das Wachstum wurde vor allem durch folgende Faktoren vorangetrieben:
- Einzelne Verbrauchsgelegenheiten
- Kombination mit Mahlzeiten
- Funktionale Anforderungen
Zu den wichtigsten Motivationsfaktoren zählen:
- Durst stillen (+50 %)
Dies unterstreicht die Bedeutung alkoholfreier Getränke als natürliche Ergänzung zu Mahlzeiten außer Haus.
Der Konsum wird individueller
Ein weiterer wichtiger Trend, der in der Studie festgestellt wurde, ist die zunehmende Bedeutung individueller Anlässe.
Die Verbraucher treffen ihre Entscheidungen zunehmend auf der Grundlage ihrer eigenen Bedürfnisse und Gewohnheiten, was Produktkategorien begünstigt, die mit folgenden Aspekten in Verbindung stehen:
- Bequemlichkeit
- Funktionalität
- Sofortiger Verbrauch
Dieser Trend trägt dazu bei, das gleichzeitige Wachstum bei Mahlzeiten, Snacks und alkoholfreien Getränken zu erklären.
Alkoholische Getränke verlieren bei Jugendlichen an Beliebtheit
Während einige Branchen Fortschritte machen, sehen sich andere mit strukturellen Veränderungen konfrontiert.
Bei den alkoholischen Getränken wurden folgende Zahlen verzeichnet:
- Wertminderung um 7,7 %
Bei den 18- bis 29-jährigen Verbrauchern war der Rückgang noch stärker:
- -39%
Dieser Trend geht mit einem Generationswechsel einher, der bereits auf verschiedenen Märkten zu beobachten ist.
Die jüngeren Verbraucher:
- Den Alkoholkonsum reduzieren
- Auf der Suche nach Alternativen
- Das Interesse an Kategorien wie Energiegetränken ausweiten
Soziale Kontakte sind nach wie vor wichtig – allerdings aus neuen Gründen
Trotz des Rückgangs beim Konsum alkoholischer Getränke spielen Orte, die traditionell mit geselligem Beisammensein in Verbindung gebracht werden, weiterhin eine wichtige Rolle.
Zu den Höhepunkten zählen:
Boote und Partys
- +112,5 % bei der Frequenz
Restaurants
- +35,7 % bei der Frequenz
Die Daten zeigen, dass diese Orte nach wie vor als Treffpunkte und Orte des Zusammenlebens geschätzt werden.
Der Unterschied besteht darin, dass der Konsum weniger auf den Alkohol ausgerichtet ist, sondern vielmehr mit dem Gesamterlebnis verbunden ist.
Was sagt das über den brasilianischen Verbraucher aus?
Die Studie deutet auf einen kritischeren und bewussteren Verbraucher hin.
Heutzutage hängt die Entscheidung, auswärts zu essen, von Fragen wie den folgenden ab:
- Lohnt es sich?
- Erleichtert das meinen Alltag?
- Bietet es ein relevantes Erlebnis?
- Passt das in mein Budget?
Das Ergebnis ist ein Markt, der weniger impulsiv ist und sich stärker am wahrgenommenen Wert orientiert.
Was bedeutet das für Marken und Betreiber?
Wachstumschancen hängen zunehmend von der Fähigkeit ab, auf die neuen Prioritäten der Verbraucher einzugehen.
Kategorien und Geschäfte, die liefern:
- Bequemlichkeit
- Schnelligkeit
- Erfahrung
- Funktionalität
gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Darüber hinaus wird es entscheidend sein, die Zunahme individueller Anlässe und die Rolle kleiner Luxusausgaben zu verstehen, um die Nachfrage in den kommenden Jahren zu erschließen.
Die Brasilianer essen weiterhin auswärts, doch jeder Restaurantbesuch hat mittlerweile eine größere Bedeutung gewonnen. Weniger häufige Besuche und höhere Ausgaben pro Anlass spiegeln ein Verbraucherverhalten wider, bei dem die Verbraucher das Erlebnis maximieren möchten, ohne dabei die Kontrolle über ihre Ausgaben aufzugeben.

