Mubi verzeichnet einen Aufschwung dank einer erfolgreichen Werbekampagne und der Beliebtheit des Oscar-Preisträgers „The Substance“.
Der EoD-Barometer-Bericht für Großbritannien zum 1. Quartal 2025 zeigt eine zunehmende Verbreitung werbefinanzierter Streaming-Dienste, einen intensiven Wettbewerb zwischen Prime Video und Apple TV+ sowie eine herausragende Leistung von Mubi, das laut den Daten zum britischen Streaming-Markt für Entertainment on Demand (EoD) sein bisher bestes Quartal verzeichnete.
Die Studie in Großbritannien, durchgeführt von der Kantar-Sparte Worldpanel, deckte zwischen Januar und März 2025 folgende Verhaltensweisen auf dem Video-on-Demand-Markt (VoD) auf:
• Ein Drittel (33 %) der neuen zahlenden Abonnenten entscheidet sich für werbefinanzierte Tarife, ein Anstieg gegenüber 31 % im 4. Quartal 2024. Bei den neuen Abonnenten von Disney+ stieg dieser Anteil auf 56 % und bei Prime Video auf 83 %.
• Prime Video verzeichnete den höchsten Anteil an neuen zahlenden Abonnenten und vermied damit den üblichen Rückgang der Abonnentenzahlen nach den Weihnachtsfeiertagen, gefolgt von Apple TV+ auf Platz zwei und Disney+ auf Platz drei.
• 27 % der neuen Abonnenten der werbefinanzierten Tarife nannten das „Preis-Leistungs-Verhältnis“ als Hauptgrund für ihre Entscheidung – ein höherer Anteil als bei denjenigen, die sich für Standard-SVOD-Tarife entschieden haben. Auch die Zahl der geplanten Kündigungen war bei den Nutzern der werbefinanzierten Tarife geringer, was darauf hindeutet, dass niedrigere monatliche Kosten zu einer höheren Kundenbindung führen.
• Im ersten Quartal 2025 entschieden sich 65 % der neuen Netflix-Abonnenten für das werbefinanzierte Abonnement – ein Anstieg gegenüber 42 % im Vorjahr –, womit Netflix an zweiter Stelle hinter Prime Video liegt. Netflix verzeichnet weiterhin die branchenweit niedrigste Abwanderungsrate, die stabil bei etwa 2 % pro Monat liegt.
• Mubi belegte bei den Neukunden den 7. Platz – das ist das bisher beste Ergebnis des Unternehmens.
• Die allgemeine Akzeptanz werbefinanzierter Gratisdienste wie Pluto TV und Tubi in den Haushalten bleibt im Vergleich zum vierten Quartal 2024 unverändert. Tubi kann jedoch seit seinem Start Mitte 2024 seinen Anteil an Neukunden weiter steigern.
• 19,8 Millionen britische Haushalte verfügen über mindestens einen kostenpflichtigen Video-Streaming-Dienst, was einem Anstieg von 142.000 gegenüber dem vierten Quartal 2024 entspricht.
• Der langjährige Publikumsliebling „Reacher“ (Prime Video) war der meistgesehene Titel, gefolgt von „Toxic Town“ (Netflix) und „1923“ (Paramount Plus)
• „Adolescence“ war im März der zehntmeistgesehene Titel; der Start Mitte des Monats traf genau den kulturellen Zeitgeist im Vereinigten Königreich im zweiten Quartal.
• Bei NOW war „The White Lotus“ eine wichtige Triebkraft für 20 % der Neukunden im ersten Quartal. Während die starken Zahlen im März den Bekanntheitsgrad steigerten, sorgte die schleppende Neukundengewinnung im Januar und Februar dafür, dass der Gesamtanteil von NOW im Quartal eher bescheiden ausfiel.
Prime Video überwindet den Abwanderungstrend nach den Feiertagen, während Apple TV+ an Boden gewinnt
Laut den EoD-Daten von Kantar konnte Prime Video im ersten Quartal den üblichen saisonalen Rückgang des Abonnentenanteils überwinden und widerstand damit dem in den Vorjahren beobachteten Trend zum „Cord-Cutting“ nach den Feiertagen. Ein Rückgang der geplanten Kündigungen bei Prime Video im ersten Quartal 2025 spiegelte wider, dass die Nutzer weiterhin einen Mehrwert in den gebündelten Dienstleistungen sehen, darunter die kostenlose Lieferung auf dem Amazon-Marktplatz.
Prime Video verzeichnete mit 17 % den höchsten Anteil an Neukunden aller Streaming-Plattformen, angetrieben durch beliebte Serien wie „Reacher“, die im März zu den meistgesehenen Titeln zählten. Darüber hinaus nannten 27 % der Prime-Video-Abonnenten den Dienst als ihren wertvollsten Streaming-Dienst: Amazons „One-Stop-Shop“-Strategie für Unterhaltung scheint sich auszuzahlen, da immer mehr Nutzer angeben, dass sie sich bei der Suche nach neuen Inhalten zuerst an Prime Video wenden.
Auch Apple TV+ schnitt stark ab und sicherte sich einen Anteil von 16 % an den Neukunden. Die neueste Staffel von „Severance“ spielte dabei eine Schlüsselrolle: 37 % der Neukunden nannten sie als Hauptgrund für ihre Anmeldung. Apple TV+ verzeichnete das höchste Wachstum unter den großen kostenpflichtigen Plattformen und steigerte seine Abonnentenzahl im Vergleich zum vierten Quartal 2024 um 5 %. Zum ersten Mal seit dem Start fiel die Abwanderungsrate von Apple TV+ in den einstelligen Bereich und lag im März 2025 bei 7 % – eine deutliche Verbesserung gegenüber den zuvor zweistelligen Werten.
Mubi setzt auf Nischencharakter
Mubi, eine spezialisierte Streaming-Plattform mit Schwerpunkt auf aufstrebenden und etablierten Filmemachern, verzeichnete im ersten Quartal 2025 einen starken Anstieg der Abonnentenzahlen. Ausschlaggebend dafür waren die Veröffentlichung des von Kritikern hochgelobten Films „The Substance“ sowie ein attraktives Sonderangebot, bei dem drei Monate Zugang für nur 1 £ angeboten wurden.
Die Abonnentenzahl von Mubi stieg um beeindruckende 64 % und markierte damit das bisher beste Quartal des Unternehmens. Das Publikum der Plattform besteht überwiegend aus 25- bis 34-Jährigen, Personen mit hohem Einkommen und solchen, die über Werbung in sozialen Medien auf bestimmte Filme aufmerksam geworden sind. Diese neuen Zuschauer zu binden, könnte sich jedoch als schwierig erweisen, da Mubi-Abonnenten im Durchschnitt sechs weitere Streaming-Dienste nutzen.
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