Brasilianer gehen öfter zum Markt, nehmen aber weniger Produkte in den Einkaufswagen.

Premium-Kategorien gewinnen beim Einkaufen an Bedeutung

In den letzten drei Jahren hat sich das Kaufverhalten der Brasilianer erheblich verändert. Die Anzahl der Einkaufsfahrten stieg um 32 % auf 24 Besuche pro Jahr. Diese höhere Frequenz führt jedoch nicht zu volleren Einkaufswagen. Laut der Studie „Consumer Insights” sank die durchschnittliche Anzahl der Artikel von 27 im Jahr 2024 auf 22 im Jahr 2025, während die durchschnittlichen Ausgaben ebenfalls von 158 R$ auf 138 R$ zurückgingen.

Fragmentierung des Einkaufs und Veränderung des Verbraucherverhaltens

Die Fragmentierung der Einkäufe zeigt, dass die Verbraucher häufiger und komplexere Einkäufe tätigen. In der Monatsmitte stehen verschiedene Kategorien und Premiumprodukte im Vordergrund, während am Monatsende der Fokus auf preisgünstigen Alternativen liegt. Trotz eines Rückgangs von 9 % beim Volumen der Premiumverpackungen stieg der Anteil dieser Produkte in den Warenkörben um 8 %, was darauf hindeutet, dass die Verbraucher zwar auf Qualität achten, aber beim Kaufvolumen rationaler vorgehen.

Wachstum in Schlüsselkategorien des brasilianischen Einzelhandels

Im dritten Quartal 2025 verzeichneten Kategorien wie „Mercearia Salgada” (salzige Lebensmittel) und „Limpeza” (Reinigungsmittel) einen Anstieg der Kaufintensität um 3 % bzw. 2 %. In diesen Kategorien suchen Verbraucher nach Möglichkeiten, Premiumprodukte zu einem geringeren Preis zu erwerben. Im Bereich Hygiene & Schönheit ist die Dynamik hingegen anders: Hier stehen Kosten-Nutzen-Verhältnis und Leistung im Vordergrund, was die Suche nach Produkten widerspiegelt, die effizient Ergebnisse liefern.

Regionale Unterschiede im Konsum und Auswirkungen auf den Einzelhandel

Das Kaufverhalten ist nicht in ganz Brasilien einheitlich. Im mittleren Westen ist ein Rückgang der Reisen und ein geringeres Volumen pro Haushalt zu verzeichnen. Im Gegensatz dazu weisen die Regionen Norden und Nordosten sowie der Bundesstaat São Paulo ein höheres Volumen pro Haushalt auf. Für die Industrie und den Einzelhandel ist es unerlässlich, diese regionalen Unterschiede zu verstehen und den idealen Zeitpunkt für die Optimierung von Maßnahmen am Point of Sale zu identifizieren, um die Verbraucher während ihrer Einkäufe für sich zu gewinnen.

Einfluss der brasilianischen Wirtschaft auf das Kaufverhalten

Die wirtschaftliche Lage hat ebenfalls einen direkten Einfluss auf den Konsum. Obwohl die Inflation unter Kontrolle ist und die Arbeitslosigkeit auf 5,6 % gesunken ist, bleibt das BIP-Wachstum hinter den Erwartungen zurück und der Leitzins liegt weiterhin bei 15 % pro Jahr, was die Kaufkraft belastet. Selbst in diesem Umfeld blieb der Konsum innerhalb der Haushalte stabil und verzeichnete im dritten Quartal 2025 einen Wertzuwachs von 6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Trends in Sachen Gesundheit, Kosten-Nutzen-Verhältnis und neue Konsummotive

Die Motivationen der brasilianischen Verbraucher ändern sich. Gewohnheiten weichen zunehmend der Bequemlichkeit, dem Genuss und dem Streben nach Gesundheit. Derzeit suchen 46 % der Brasilianer nach Produkten mit weniger Zucker oder ohne Zuckerzusatz, erwarten jedoch, dass diese Optionen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und einen Geschmack bieten, der dem Original nahekommt. Für Marken ist es unerlässlich, diesen Anforderungen gerecht zu werden – indem sie Preis, Gesundheit und sensorische Qualität in Einklang bringen –, um den Wert ihres Angebots in einem von größerer Zurückhaltung geprägten Konsumumfeld zu rechtfertigen.

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