Die Inflation lässt nach – doch das Konsumverhalten variiert je nach Segment, wobei die Körperpflege an Bedeutung verliert.
Die neuesten Umsatzdaten für schnelllebige Konsumgüter (FMCG) in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zeigen, dass die Verbraucher im dritten Quartal 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr für Lebensmittel ausgegeben haben.
Dies stellt eine Trendwende gegenüber dem bis zum zweiten Quartal beobachteten Rückgang dar. Diese Entwicklung wurde durch den Ramadan und die Zeit des Schulbeginns begünstigt. Der Umsatz stieg trotz einer geringeren Besuchsfrequenz und eines leichten Rückgangs der Ausgaben pro Einkauf. Dies deutet auf einen Anstieg des Einkaufsvolumens pro Besuch hin – ein sehr positives Zeichen für Marken und Einzelhändler auf diesem Markt.
Die Verbraucher in den Vereinigten Arabischen Emiraten blicken optimistischer in die Zukunft, vor dem Hintergrund einer nach oben korrigierten Jahreswachstumsprognose, die auf dem widerstandsfähigen Nicht-Öl-Sektor beruht, zu dem die Bereiche Konsumgüter, Immobilien, Tourismus und Finanzdienstleistungen gehören. Dies hat die Auswirkungen des jüngsten Rückgangs des Ölanteils am BIP des Landes ausgeglichen.
Die Inflation lässt nach – mit segmentspezifischen Unterschieden
Insgesamt ist die Inflation bei Konsumgütern in den Vereinigten Arabischen Emiraten rückläufig: Auf einen Preisanstieg von 1,9 % im zweiten Quartal folgte im dritten Quartal ein leichter Rückgang um 0,7 %. Bei einer Betrachtung nach einzelnen Segmenten zeigen sich jedoch gegensätzliche Trends: So steigen die Preise in der Kategorie Getränke weiterhin um 3,2 %, während im Bereich Körperpflege eine deutliche Deflation von -4,2 % zu verzeichnen ist.
Insgesamt haben wir trotz leichter Preisschwankungen in den meisten Kategorien nur minimale Veränderungen im Verbraucherverhalten festgestellt. Da die Inflation allmählich nachlässt, füllen die Verbraucher ihre Einkaufskörbe spürbar stärker.
Körperpflegeprodukte bilden die Ausnahme von der Regel. In diesem Bereich haben die Verbraucher in den Vereinigten Arabischen Emiraten das deutlichste Sparverhalten an den Tag gelegt. Obwohl die Preise erheblich gesunken sind, ist auch das Absatzvolumen um 3,7 % zurückgegangen, da die Verbraucher ihre Prioritäten auf andere Bereiche verlagert haben. Der Absatzanstieg von 2,9 % in der Kategorie Milchprodukte trotz eines Preisanstiegs von 0,6 % deutet darauf hin, dass diese Produkte in den Augen der Verbraucher nach wie vor unverzichtbar sind.

Diese Muster verdeutlichen die differenzierten Auswirkungen der Inflation auf die Konsumausgaben und lassen darauf schließen, dass Widerstandsfähigkeit und Preissensibilität segmentabhängig sind. Marken müssen ihre Strategien auf die einzelnen Kategorien und deren spezifische Trends zuschneiden, um Verbraucher anzusprechen, Marktchancen zu nutzen und das Absatzwachstum aufrechtzuerhalten.
Marken und Einzelhändler müssen zudem verstehen, wie demografische Faktoren das Kaufverhalten beeinflussen. Mit einem Absatzwachstum von 1,8 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im dritten Quartal zeigen Verbraucher mit mittlerem Einkommen ein starkes Wachstumspotenzial, während die Ausrichtung auf die höheren sozioökonomischen Gruppen durch Upselling- und Cross-Selling-Strategien deren Neigung zu höheren Einkaufsvolumina pro Einkaufsbesuch nutzen wird.
Notwendigkeit innovativer Werbestrategien
Die Werbestrategien der Marken finden derzeit bei den Verbrauchern in den Vereinigten Arabischen Emiraten keinen Anklang. In Zeiten der Inflation würde man erwarten, dass die Käufer eher zu Sonderangeboten neigen. Mit 33 % ist der Anteil der im modernen Einzelhandel im Rahmen von Werbeaktionen getätigten Käufe jedoch enttäuschend gering und stagniert weiterhin.
Dieser Trend deutet darauf hin, dass die Kunden in den derzeitigen Werbeaktionen keinen ausreichenden Mehrwert sehen. Marken müssen ihre Strategien überdenken und über einfache Preisnachlässe hinaus innovativ sein, um personalisierte Angebote, bereichernde Erlebnisse und wertorientierte Kampagnen zu entwickeln, die den sich wandelnden Erwartungen und dem Kaufverhalten der Verbraucher besser entsprechen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate stehen im Jahr 2024 vor einer Reihe wichtiger Herausforderungen, darunter höhere Zinssätze für Investitionen und ein geringerer Beitrag des Ölsektors zum nationalen BIP. In der dynamischen FMCG-Branche müssen Marken bereit sein, sich geschickt an Marktveränderungen anzupassen, wertorientierte Produkte anzubieten und strategische Segmentierungen vorzunehmen, um Kundenbindung aufzubauen und Wachstumskanäle für einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu nutzen.
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