Originalartikel veröffentlicht in „Grande Consumo“

Gesunde Ernährung ist den Portugiesen ein wichtiges Anliegen, und seit Beginn der Pandemie hat dieses Thema noch mehr an Bedeutung gewonnen.

Laut der Studie „LifeStyles“ von Kantar, Worldpanel Division, geben 53 % der Portugiesen an, bereit zu sein, mehr für ein Lebensmittel zu bezahlen, das zur Vorbeugung oder Heilung von Krankheiten beiträgt. Über 70 % sind der Meinung, dass Lebensmittel ohne Konservierungsstoffe sicherer sind. Und 82 % erkennen an, dass es heutzutage ein größeres Angebot an gesunden Produkten gibt.

Wenn wir von gesunden Produkten sprechen, eröffnet sich in unseren Köpfen eine ganze Welt: Wir können mit Obst und Gemüse beginnen, das in 99 % aller Haushalte zu finden ist. Insbesondere Obst wird von portugiesischen Verbrauchern jede Woche gekauft.

Wenn wir uns jedoch auf industriell hergestellte Produkte konzentrieren, stellen wir ein wachsendes Interesse der Verbraucher an Produkten fest, die zusätzliche Vorteile bieten. Nehmen wir zum Beispiel Cerealien. Auf dem Markt finden sich zunehmend Cerealien mit hohem Ballaststoffgehalt. Es ist längst bekannt, dass Ballaststoffe die Darmgesundheit fördern, und mehr als 55 % der Portugiesen geben an, dass sie versuchen, Ballaststoffe in ihre Ernährung zu integrieren. Doch neben Ballaststoffen beobachten wir auch eine zunehmende Vorliebe der portugiesischen Verbraucher für zuckerfreie oder zuckerarme Cerealien, deren Marktanteil im letzten rollierenden Jahr, das im Juni 2023 endete, um 5,4 Prozentpunkte gestiegen ist.

Genau wie bei den Cerealien verzeichnen auch zuckerfreie oder zuckerarme Kekse ein Wachstum und konnten ihren Marktanteil im gleichen Zeitraum um 6,2 Prozentpunkte steigern. Darüber hinaus kaufen die Portugiesen verstärkt ballaststoffreiche Kekse (der Absatz stieg um 14 %), während der Absatz der beliebten „Bolachas Marinheiras“ um 12 % zurückging. Daher wird es für den portugiesischen Verbraucher unerlässlich, den Produkten zusätzliche Vorteile zu bieten und sich von „Me-too“-Produkten (Produkte, die nur einen grundlegenden Nutzen bieten) abzuheben.

Ein weiteres Beispiel für einen Vorteil, den die Portugiesen bei FMCG-Produkten suchen, ist der hohe Proteingehalt. Zu den Vorteilen dieses Nährstoffs zählen unter anderem der Aufbau von Muskeln, Gewebe und Zellen. Früher wurde der Verzehr größerer Mengen an Proteinen vor allem mit Sportlern in Verbindung gebracht, doch mittlerweile gewinnt er auch bei den Portugiesen zunehmend an Bedeutung. Viele Hersteller haben das Wachstum dieses Trends erkannt und setzen auf proteinhaltige Produkte. Derzeit sind Produkte, die diesen Vorteil bieten, wie Joghurt und proteinhaltige Desserts, bereits in 45 % der portugiesischen Haushalte zu finden, d. h., fast die Hälfte der Haushalte in Portugal hat im letzten Jahr mindestens einmal proteinhaltige Produkte gekauft. Dabei stechen vor allem die proteinhaltigen Desserts hervor, deren Marktdurchdringung um etwa 9 Prozentpunkte gestiegen ist. Wir sehen also, dass die Käufer den Nutzen von Protein suchen, verbunden mit dem Genuss, den ein Dessert bietet.

Oft verbinden wir eine gesunde Ernährung auch mit Veganismus oder Vegetarismus. Wir stellen fest, dass diese Käufergruppen in Portugal immer beliebter werden. Vegetarische Ernährung ist bereits in 27 % der portugiesischen Haushalte verbreitet. Betrachtet man jedoch die Entwicklung dieser Produktgruppe, so ist im Vergleich zu den Vorjahren ein rückläufiger Trend zu beobachten. Die Portugiesen wenden sich von vegetarischer Ernährung ab und zeigen weniger Interesse an dieser Art von Produkten. Ist dies ein Trend, der von den Verbrauchern bereits hinter sich gelassen wurde? Oder entsprechen die Produkte auf dem Markt nicht den aktuellen Erwartungen dieser Käufergruppe?

Wir kommen daher zu dem Schluss, dass eine gesunde Ernährung für die Portugiesen sehr wichtig ist, da 70 % der Käufer angeben, sie sollten mehr auf ihre Gesundheit achten. Daher sind Produkte, die einen zusätzlichen Nutzen bieten und die Verbraucher auf diesem Weg unterstützen, in der Regel gefragt und in den Haushalten präsent.

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