Vor dem Hintergrund, dass Konsumgewohnheiten zunehmend hinterfragt werden und ökologische sowie gesellschaftliche Belange Kaufentscheidungen – insbesondere im Modebereich – immer stärker beeinflussen dürften, hat Kantar Worldpanel am 6. November im Rahmen seines ersten „Consumer Green Day“ versucht, Aufschluss über das Verhalten der Franzosen in diesem Zusammenhang zu geben.

Nachhaltige Mode?

In Sachen Mode legen französische Verbraucher vor allem Wert auf Komfort und Preis – für 47 % der Befragten sind dies die wichtigsten Kriterien. Obwohl 27 % angeben, sich Gedanken über die Auswirkungen auf die Umwelt zu machen, spielt dieser Aspekt nur eine untergeordnete Rolle und liegt weit hinter anderen Bereichen wie Verkehr oder Energie zurück. Damit steht die Modebranche bei den Umweltbelangen der Franzosen an achter Stelle.

Konkret gehören zu den häufigsten nachhaltigen Verhaltensweisen der Franzosen, Kleidung nur bei Bedarf zu kaufen (31 %), Fast Fashion zu meiden (29 %), Online-Einkäufe zu begrenzen, um Verpackungsmüll und Transportwege zu reduzieren (20 %), weniger einzukaufen, um der Versuchung zu widerstehen (18 %), und schließlich ihre Kleidung zu reparieren (16 %). Während 70 % der Franzosen angeben, im Jahr 2023 mindestens ein Kleidungsstück repariert zu haben – ein Zeichen für das Bestreben, die Lebensdauer von Kleidung zu verlängern –, geben 16 % an, dies systematisch zu tun.

Gebrauchtware?

Der Secondhand-Markt macht heute etwa 5 % des gesamten Modemarktes in Frankreich aus, dürfte aber weiter wachsen, da 23 % der Franzosen planen, in Zukunft Secondhand-Mode zu kaufen. Eine Konsumalternative, die sich wohl langfristig etablieren wird, da die Franzosen beabsichtigen, in Zukunft Artikel von besserer Qualität zu kaufen.

Auf dem Weg zu einem „Eco-Score“ für Textilien?

Nur 19 % der Franzosen haben vor, ethische, solidarische oder nachhaltige Modemarken zu kaufen. Dieser Wert liegt unter dem anderer alternativer Konsumformen. Das Problem liegt wahrscheinlich nicht im Angebot, sondern eher in einem Mangel an Bekanntheit und Verständnis für das Angebot.

Tatsächlich tun sich die Marken nach wie vor schwer, sich in den Köpfen der Verbraucher zu verankern: 55 % der Franzosen geben an, keine Modemarke oder -kette nennen zu können, die sich durch ein nennenswertes ökologisches Engagement auszeichnet. Diese Unklarheit führt zu Verwirrung und Misstrauen, was durch das Risiko irreführender Kommunikation in Bezug auf Nachhaltigkeitsversprechen noch verstärkt wird. Für viele Franzosen könnte ein Skandal oder ein vorgetäuschtes Engagement sie davon abhalten, bei einer Marke einzukaufen.

Vor diesem Hintergrund zeigt die Studie ein wachsendes Interesse an Instrumenten zur Transparenz: Die Entwicklung von Bewertungsinstrumenten wie einem „Eco-Score Textile“, mit dem Verbraucher die Umweltauswirkungen von Produkten erkennen könnten, könnte für fast jeden zweiten Franzosen in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Die Marken müssen daher auf eine transparente und verständliche Kommunikation über ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen setzen, um die Verbraucher zu beruhigen und sie bei ihren Entscheidungen zu unterstützen.

Kantar Worldpanel hat mehrere Profile französischer Verbraucher im Bereich der nachhaltigen Mode identifiziert:

  • Umwelt-Skeptiker (27 %)
  • Umweltzweifelnde (38 %)
  • Umweltbewusste (16 %)
  • Umweltbewusst (19 %)

Methodologie :

„Consumer Green Day“ – Kantar Worldpanel 2024.

Auszug aus der WCWD-Modestudie 2024

Etude-Panel-Umfrage Juni 2024

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