44 % des Warenkorbs für Massenkonsumgüter sind von der Mehrwertsteuererhöhung betroffen
Die aktuelle Ausgabe von „Consumer Insights“ aus Ecuador gibt Aufschluss über die Konsumgewohnheiten der Ecuadorianer.
Im zweiten Quartal des Jahres verstärkt der Verbraucher seinen Konsum zu Hause: Der durchschnittliche Einkaufswert steigt um 7 %, und die Ecuadorianer legen angesichts der unsicheren Lage und der wirtschaftlichen Abkühlung den Schwerpunkt auf den Kauf von Lebensmitteln und Getränken. Zudem gehen sie seltener in den Einzelhandel und bleiben länger in Restaurants, wenn sie auswärts essen.
Laut unserem Tool „PanelVoice“, mit dem wir direkte Umfragen unter unserem Haushaltspanel durchführen können, gaben 37 % der Ecuadorianer an, ihren Konsum in Restaurants reduziert zu haben. Diese Aussage wird von den Angaben des Restaurantverbands bestätigt, da 46 % dieser Gastronomiebetriebe einen Stagnation ihrer Umsätze verzeichnen.
Die Bereiche Gesundheit und Körperpflege verzeichnen ebenso wie die Haushaltsreinigung ein Wachstum, was naheliegend ist, da es zu Hause mehr Schmutz entsteht, wenn man mehr Zeit dort verbringt. Auch die Haustierpflege bleibt im Aufwärtstrend – eine Folge davon, dass sich immer mehr Haushalte gegen Kinder entscheiden und stattdessen einen größeren Teil ihres Budgets für Haustiere ausgeben.
Verhalten der ecuadorianischen Verbraucher gegenüber dem Einzelhandel
Die Harddiscounter gewinnen Marktanteile hinzu, da sie Basiskategorien zu Massenware machen, wie ihr Umsatzanteil bei Milchprodukten (18 %) und Haushaltsreinigung (20 %) zeigt. Dies eröffnet Eigenmarken zwei Wachstumswege: zum einen durch Basiskategorien und zum anderen durch die Etablierung von Kaufgewohnheiten bei den Verbrauchern. Eigenmarken gewinnen weiter an Boden und machen 10 % des Gesamtwerts des Warenkorbs für Konsumgüter aus, was einem Anstieg von 3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Darüber hinaus erweitern sie ihr Portfolio um Produkte wie gereiften Käse, Mundspülungen, Flüssigwaschmittel und andere. Angesichts dessen ist eine Strategie der Innovation und Differenzierung für Handelsmarken entscheidend, damit sie ihren Wert rechtfertigen können.

Der Omnichannel-Ansatz spielt angesichts des geringeren Produktangebots der Hard-Discounter eine entscheidende Rolle im aktuellen Kaufverhalten der Verbraucher. Im Vergleich zu vor vier Jahren nutzen die Verbraucher fast 17 % mehr Einkaufskanäle. Dieses dynamischere Wettbewerbsumfeld zwingt die Marken dazu, im richtigen Kanal mit dem passenden Produkt zum fairen Preis präsent zu sein.
Welche Einkaufskanäle nutzen Sie am häufigsten?
Premium- und Eigenmarken profitieren von der Anpassung an dieses Omnichannel-Umfeld, indem sie Produkte anbieten, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Käufer in den verschiedenen Kanälen zugeschnitten sind. Darüber hinaus ermöglicht die kanalspezifische Planung von Einkäufen und Werbeaktionen den Verbrauchern, den Wert ihrer Einkäufe zu maximieren.
Supermärkte und Harddiscounter führen bereits eine fast gleich große Anzahl an Produktkategorien; um sich voneinander abzuheben, setzt der erste auf das Sortiment und der zweite auf den Preis. Der Nachbarschaftsladen hingegen verliert keine Kunden, wird aber aufgrund der Unsicherheit nur seltener besucht (20 %). Diese Art von Laden hat ihre Mehrwerte verloren, wie zum Beispiel: abweichende Öffnungszeiten, die Beziehung zum Ladenbesitzer – durch die Anbringung von Gitterrosten – und den Kredit, der früher 3 % der gesamten Ausgaben ausmachte und in diesem Jahr auf die Hälfte gesunken ist.
Inwieweit wirkt sich die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf den Einkauf aus?
Die Erhöhung der Mehrwertsteuer hat einen spürbaren Einfluss auf die Kaufentscheidungen der Verbraucher. Der Warenkorb mit mehrwertsteuerpflichtigen Produkten wird im Gegensatz zu dem mit mehrwertsteuerfreien Produkten von der Kaufhäufigkeit beeinflusst, denn vergleicht man das erste Quartal des Jahres mit dem zweiten, so sank der Durchschnittsausgaben von 286 USD auf 283 USD. Es zeigte sich, dass Vertriebskanäle wie Hard Discounter und informelle Händler von dieser Entwicklung profitieren und ihr Umsatzvolumen im Vergleich zum ersten Quartal 2024 steigern konnten.
Die Kaufhäufigkeit ist bei Produkten mit Mehrwertsteuer beeinträchtigt, wobei die Transaktionshäufigkeit deutlich zurückgeht, da die Kunden ihre Einkäufe stärker planen; die am stärksten frequentierten Einkaufstypen sind „Stock Up“ (mehr als 10 Produktkategorien pro Einkauf) und „Fill In“ (zwischen 6 und 9 Produktkategorien). Dies unterstreicht die Notwendigkeit innovativer Strategien, um die Kundenbindung aufrechtzuerhalten und Wiederholungskäufe zu fördern.
Wenn Sie mehr über diesen Bericht erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an einen unserer Experten, um weitere Einzelheiten zum Kaufverhalten der ecuadorianischen Bevölkerung im zweiten Quartal dieses Jahres zu erhalten.

