In den letzten Monaten hat sich der Warenkorb der ecuadorianischen Verbraucher deutlich verändert: Der Milchkonsum in den Haushalten ist zurückgegangen. Auch wenn dies zunächst wie eine geringfügige Veränderung erscheinen mag, zeugt dieses Verhalten doch von tiefgreifenden Veränderungen in den Gewohnheiten, Überzeugungen und Prioritäten der heutigen Verbraucher.
In Ecuador wurden 779 Haushalte befragt, wobei eine wichtige Erkenntnis zutage trat: Vier von zehn Haushalten gaben an, ihren Milchkonsum reduziert zu haben.
Diese Zahl ist ein wichtiges Warnsignal für Hersteller, Einzelhändler und Akteure im Lebensmittelsektor.
Was ist der Grund für diesen Rückgang? Das Thema Gesundheit steht im Mittelpunkt der Diskussion
Die Studie zeigt, dass Verbraucher ihre Konsumgewohnheiten ändern, was vor allem auf gesundheitliche Gründe und neue Lebensstile zurückzuführen ist:
Hauptgründe für den Rückgang:
- Laktoseintoleranz als stärkster Auslöser. • Veränderte Wahrnehmung von Milch als „kalorienreiches“ oder „nicht besonders gesundes“ Produkt.
- Anpassung der Ernährungsgewohnheiten hin zu leichterer Kost oder einer Ernährung mit weniger Milchprodukten.
- Wachsendes Interesse an pflanzlichen Getränken
- Auswirkungen auf den Preis: Einige Verbraucher haben das Produkt aufgegeben, um nach günstigeren Alternativen zu suchen.
Es gibt auch andere, eher praktische Gründe: eine geringe Auswahl im Laden, beschädigte Produkte oder eine kurze Haltbarkeit im Kühlregal.
Gesundheit und Wohlbefinden sind die Leitlinien für den neuen Verbraucher, während externe Faktoren wie Verfügbarkeit und Preis diesen Trend noch beschleunigen.
Sie wechseln nicht nur das Produkt, sondern auch ihre Gewohnheiten: Womit ersetzen sie die Milch?
Auch wenn man annehmen könnte, dass Milch durch andere Milchprodukte ersetzt wird, zeigt die Realität etwas Tiefergehendes: Die Konsumgewohnheiten verlagern sich hin zu völlig anderen Produktkategorien.
Die am häufigsten genannten Ersatzspieler:
- Tee und Kaffee
- Frische Säfte
- Joghurt
- Naturbelassenes oder aromatisiertes Wasser
- Pflanzliche Getränke
- Dieses Verhalten deutet darauf hin, dass es sich nicht um eine Substitution innerhalb der Kategorie handelt, sondern um einen kulturellen Wandel hin zu leichteren Getränken oder solchen, die mit Wohlbefinden in Verbindung gebracht werden.
- Nur 9 % geben an, Milch durch kein anderes Produkt ersetzt zu haben.
Was bedeutet das für die Branche?
Die Auswirkungen sind eindeutig und strategisch bedeutsam:
- Die Laktoseintoleranz ist ein noch nicht vollständig erschlossenes Marktpotenzial. Das Wachstum der „laktosefreien“ Produktkategorien könnte sich weiter ausweiten, wenn die Verfügbarkeit, die Kommunikation und die Preisgestaltung optimiert würden.
- Der Verbraucher stellt Gesundheit vor Tradition. Die Positionierung von Milch als Grundnahrungsmittel verliert gegenüber Ernährungsweisen, die als leichter wahrgenommen werden, an Boden.
- Der Wettbewerb beschränkt sich nicht mehr nur auf die jeweilige Kategorie: Tee, Kaffee und Säfte gewinnen an Boden. Milchmarken müssen ihr Narrativ erweitern und sich an diese Vielfalt an Lebensgewohnheiten anpassen.
- Es gibt noch operative Schwachstellen, die behoben werden müssen. Die Vielfalt, die Frische und das Erlebnis am Verkaufsort wirken sich auf die Wiederkaufrate aus.
Entdecke in der Infografik die vollständigen Erkenntnisse hinter diesem Wandel im Konsumverhalten mit relevanten Einblicken aus Ihrer Branche.
Schau dir die Getränkekategorien an, die um einen neuen Platz im Alltag der Haushalte konkurrieren.

