Die Phase, die 2019 mit dem Ausbruch von Covid-19 begann und sich ab 2022 durch den Anstieg der Inflation weiter verschärfte, ist nun zu Ende gegangen. Der spanische Einzelhandel lässt eine Zeit hoher Volatilität hinter sich und kehrt zur Stabilität zurück – ein Merkmal, das diesen Sektor seit jeher geprägt hat. Nun gilt es, sich neuen Herausforderungen zu stellen, wie zum Beispiel die Bindung von Käufern, die zu ihren alten Gewohnheiten zurückkehren, die Identifizierung neuer Wachstumsfelder und die Nutzung des großen Potenzials des E-Commerce.

Die uns vorliegenden Daten bestätigen diese Einschätzung. In den ersten acht Monaten des Jahres 2024 hat sich das wertmäßige Wachstum (+1,9) abgeschwächt und der Konsum ist um 0,7 % zurückgegangen. Das Ende dieser Phase hat weitere Veränderungen mit sich gebracht: Das Wachstum der Eigenmarken normalisiert sich, verlangsamt sich und konzentriert sich auf Ketten mit kleinem Sortiment, während sich der Trend zu häufigeren und kleineren Einkäufen allmählich umkehrt.

Dies bedeutet, dass die Haushalte weniger Supermarktketten besuchen und ihre Einkäufe wieder verstärkt auf ihre bevorzugte Kette konzentrieren. Die Folge ist, dass 50 % der Einzelhandelsgeschäfte im Vergleich zum Vorjahr Kunden verloren haben.

Der Einzelhandel steht vor neuen Herausforderungen, wobei die wichtigste darin besteht, die Kunden in einem immer komplexer werdenden Umfeld an sich zu binden und in diesem Zusammenhang die Wachstumsfelder zu identifizieren, auf die er sich konzentrieren muss, um erfolgreich zu sein.

Ein weiterer Bereich, an dem intensiv gearbeitet werden muss, ist der Ausbau des E-Commerce. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im Jahr 2024 ist der E-Commerce zwar erneut gewachsen, doch die großen Handelsketten nutzen im Durchschnitt nur 14,7 % ihrer Online-Kunden. Diese Zahl verdeutlicht das enorme Entwicklungspotenzial, das der E-Commerce noch vor sich hat.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es an der Zeit ist, zu untersuchen, wie sich das Kaufverhalten in den letzten Jahren verändert hat, und diese Veränderungen in die Strategie der verschiedenen Handelsketten einzubeziehen. Ein deutliches Beispiel dafür ist, dass 45 % des organisierten Einzelhandels bereits von kinderlosen Seniorenhaushalten bestimmt werden, während der Anteil der Familien mit Kindern abnimmt.

Zoom auf die wichtigsten Sender

Mercadona (+0,9) führt das Wachstum des spanischen Einzelhandels in den ersten acht Monaten des Jahres 2024 an. Dahinter folgen mit geringeren Zuwächsen Carrefour (+0,4), Lidl und Aldi (jeweils +0,1). Im Minus liegen Eroski (-0,2) und DÍA (-0,5).

Das Wachstum von Mercadona weist gewisse Nuancen auf, da das Unternehmen in den ersten beiden Quartalen des Jahres zwar gewachsen ist, in den Monaten Juli und August 2024 jedoch Anzeichen einer Verlangsamung zeigt (-0,3).

Carrefour hingegen setzt seinen Aufwärtstrend fort. Diese Entwicklung stützt sich jedoch zunehmend auf den Bereich der leicht verderblichen Frischwaren, während andere Bereiche Einbußen verzeichnen.

Lidl hingegen entwickelte sich genau umgekehrt wie Mercadona. Das Unternehmen startete schlechter ins Jahr, konnte aber ab dem zweiten Quartal Marktanteile zurückgewinnen, da immer mehr Haushalte Lidl zu einer ihrer bevorzugten Supermarktketten zählten: 13,4 % der Bevölkerung, während dieser Anteil 2019 gerade einmal 8,2 % betrug.

Aldi ist die Kette, die ihren Kundenstamm seit 2019 am stärksten ausgebaut hat (um mehr als zwei Millionen), und zudem gelingt es ihr im bisherigen Jahresverlauf, dass die Kunden häufiger in ihren Filialen einkaufen.

Auf der negativen Seite leidet Eroski in seinem Einzugsgebiet unter dem doppelten Druck, der durch die Entwicklung von Ketten mit kleinem Sortiment und die positive Entwicklung anderer regionaler Anbieter ausgeübt wird.

Die Entwicklung von DÍA wird nach wie vor stark von der Umstrukturierung seines Filialnetzes geprägt. Seit Juni jedoch – genau ein Jahr nach Abschluss der Übertragung der Filialen an Alcampo – zeichnen sich erste positive Anzeichen ab.

Stand: September

Die regionalen Akteure gewinnen zunehmend an Bedeutung

Die regionalen Supermarktketten sind die weiteren Gewinner dieser Periode. Sie machen bereits 17,7 % (+0,6) des Umsatzanteils aus und etablieren sich zunehmend als Alternative, was sich daran zeigt, dass in dieser Art von Ketten im Vergleich zum Vorjahr 5 % mehr Einkäufe getätigt werden. Sie verzeichnen in allen Regionen des Landes Zuwächse, wobei die Kanarischen Inseln (+1,3 %), Andalusien und der Nordwesten (+0,9 %) sowie die Levante (+0,7 %) besonders hervorstechen. Ihre Konsolidierung in den letzten Jahren geht mit einer erheblichen Verlagerung aus dem Fachhandel einher, wobei sie auf Nähe und Eigenmarken setzen.

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