Entdecken Sie das Verbraucherverhalten in Lateinamerika und was es für Marken bedeutet.
In einem sich wandelnden wirtschaftlichen Umfeld verzeichnete die FMCG-Branche (Fast Moving Consumer Goods) zehn Quartale in Folge ein Wachstum und konnte nach den historischen Zuwächsen in den Jahren 2022 und 2023 eine positive Entwicklung beibehalten, wenn auch in geringerem Umfang.
Die Verbraucher haben ein Gleichgewicht gefunden zwischen der optimalen Nutzung ihres Budgets durch erschwingliche Angebote und dem Gönnen gewisser Luxusartikel mit Mehrwert. Dieses gemischte Kaufverhalten hat ihre Einkaufsgewohnheiten neu definiert.
Ein gespaltener Massenmarkt
Lateinamerika verzeichnet ein uneinheitliches Wachstum; Kolumbien sticht als der positivste Markt der Region hervor, mit einem Wachstum von 12 % – eine Rate, die seit Beginn der Pandemie nicht mehr erreicht wurde.
Die Märkte im Norden (Mexiko, Kolumbien, Ecuador, Mittelamerika und die Karibik) verzeichnen das stärkste Volumenwachstum, angetrieben durch ein stabileres Umfeld und die rasche Verbreitung von Einkaufskanälen mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Süden verläuft die Erholung hingegen langsamer, wenngleich in Argentinien Verbesserungen zu verzeichnen sind, wo die Inflation von drei- auf zweistellige Werte gesunken ist.
Neue Verbraucherverhalten in Lateinamerika
Eine der wichtigsten Veränderungen im Verbraucherverhalten ist die Veränderung der Einkaufshäufigkeit und des Einkaufsvolumens: Es gibt weniger Besuche in den Geschäften, dafür werden größere Einkäufe getätigt:
- Weniger Besuche, mehr Artikel: In Mexiko, Kolumbien und Brasilien ist der durchschnittliche Warenkorbwert gestiegen, was die geringere Besuchsfrequenz ausgleicht.
- Ausbau moderner Vertriebskanäle: 80 % des Wachstums im FMCG-Bereich entfallen auf den modernen Vertriebskanal, insbesondere auf Großhandelsformate und Einkaufsclubs.
- Eigenmarken auf dem Vormarsch: 43 % des Wachstums im FMCG-Bereich entfallen auf Eigenmarken, die für Verbraucher, die preisgünstigere Alternativen suchen, ohne dabei Abstriche bei der Qualität zu machen, zu wichtigen Partnern geworden sind.
Versorgung: Der Motor des Wachstums
Geplante Einkaufs- oder Vorratsbesorgungen (mit mehr als 10 Artikeln) haben sich zu einer tragenden Säule des Wachstums im FMCG-Sektor im Jahr 2025 entwickelt: 42 % des wertmäßigen Wachstums, mit Spitzenwerten in den modernen Vertriebskanälen und im Preissegment „Value for Money“.
Mehr als 4 Millionen neue Käufer haben diese Einkaufsstrategie in Lateinamerika übernommen, wo 40 % des Wachstums bei den Einkäufen direkt auf Einkäufe zurückzuführen sind, die früher täglich getätigt wurden.
In diesem Zusammenhang spielen Eigenmarken und Premiumprodukte eine wichtige Rolle:
- Die Vorratskäufe haben zu einem Wachstum von 39,8 % bei Eigenmarken und von 30,1 % bei Premiumprodukten geführt.
- 12 % der Kaufentscheidungen entfallen ausschließlich auf Eigenmarken und Premiummarken.
- Argentinien, Ecuador und Kolumbien sind die Märkte mit der höchsten Marktdurchdringung von Premiumprodukten. Neue Trends in den FMCG-Kategorien Die veränderten Einkaufsgewohnheiten haben sich auf die FMCG-Kategorien auf unterschiedliche Weise ausgewirkt, weisen jedoch einen gemeinsamen Nenner auf: Die Verbraucher haben ihre Ausgaben vom Beauty-Segment auf alle anderen Segmente verlagert.

In Bezug auf die einzelnen Kategorien sind insbesondere folgende hervorzuheben:
Seifenmarkt in Kolumbien: Das Volumen stieg um 16,2 % und der Wert um 15,7 %, was vor allem auf die zunehmende Zahl von Käufern von Eigenmarken bei der täglichen Versorgung und vor allem in Discountern zurückzuführen ist.
Trinkfertige Fruchtsäfte in Brasilien: Trotz steigender Rohstoffkosten (die seit 2022 zu Preiserhöhungen geführt haben) ging das Gesamtvolumen zurück, während die Anzahl der verkauften Einheiten zunahm. Dies zeigt, dass die Verbraucher weiterhin bereit sind, diese Produkte zu kaufen, allerdings in kleineren Verpackungsgrößen.
Der lateinamerikanische Verbraucher des Jahres 2025 hat sich zu einem strategischeren Kaufverhalten entwickelt. Während er bestrebt ist, seine Ausgaben zu optimieren, ist er gleichzeitig bereit, in Produkte zu investieren, die ihm einen Mehrwert bieten.
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