Der chinesische Gigant Meituan unternimmt die ersten Schritte für seine Geschäftstätigkeit in Brasilien. Keeta, die Lieferdienstmarke des Unternehmens, hat ein Pilotprojekt in den Städten Santos und São Vicente an der Küste des Bundesstaates São Paulo gestartet und nimmt am 1. Dezember den Betrieb in der Hauptstadt und im Großraum São Paulo auf. Der Markteintritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Sektor im Land – der derzeit von Akteuren wie iFood und 99Food dominiert wird – konsolidiert, da er bereits mehr als 63 % des Gesamtumsatzes im E-Commerce für Außer-Haus-Verpflegung ausmacht.
Dieses Wachstum wird durch die hohe Nutzungshäufigkeit und die Etablierung von Liefer-Apps als fester Bestandteil des Alltags der Brasilianer vorangetrieben. In den letzten 12 Monaten erreichte die Durchdringung des E-Commerce im Bereich Außer-Haus-Verpflegung 77 % der Verbraucher, mit einer durchschnittlichen Häufigkeit von einmal pro Monat. Prognosen zufolge dürfte der Sektor bis Juni 2026 um 24 % bei der Durchdringung und um 21 % bei der Häufigkeit wachsen, trotz eines Rückgangs des durchschnittlichen Bestellvolumens um 24 %.
Die Daten zeigen zudem, dass sich die Lieferung unter der Woche zu einer festen Gewohnheit entwickelt hat, wobei die Transaktionen an Werktagen insgesamt 22,6 Milliarden R$ erreichen und damit die 17,2 Milliarden R$ übersteigen, die an den Wochenenden verzeichnet wurden. Dieser Unterschied deutet darauf hin, dass der Konsum aus Bequemlichkeitsgründen gegenüber Bestellungen aus Freizeitgründen an Bedeutung gewonnen hat.
Die Abendstunden bleiben weiterhin die Hauptkonsumzeit, wobei gemeinsame Mahlzeiten – im Durchschnitt mit bis zu drei Personen – im Vordergrund stehen. Bei der Auswahl der Speisen dominieren Burger bei allen Verbrauchergruppen, doch Pizza ist besonders bei gemeinsamen Mahlzeiten beliebt, während komplette Gerichte und Einzelportionen bei denjenigen zunehmen, die alleine bestellen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Online-Aktivität der Verbraucher. E-Commerce-Käufer tätigen ihre Bestellungen um 55 % häufiger als Brasilianer, die den digitalen Kanal nicht nutzen, und generieren fast dreimal so viel Umsatz. Zudem stammen 62 % des gesamten Online-Umsatzes von Verbrauchern, die bei zwei oder mehr Fast-Food-Ketten einkaufen, was auf eine größere Experimentierfreudigkeit und eine geringere Markentreue hindeutet.
Geografisch gesehen verzeichnet die Metropolregion São Paulo – historisch gesehen das Zentrum des Liefergeschäfts – im gleitenden Jahresvergleich, der im Juli dieses Jahres endete, einen Rückgang von 7,5 % beim Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, was auf den Preisanstieg und den Rückgang des durchschnittlichen Bestellvolumens zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu gewinnen der Norden und der Nordosten an Bedeutung und verzeichnen ein Wachstum von 5 % beim Umsatz, angetrieben durch die stärkere Durchdringung des Vertriebskanals und die Ausweitung des Online-Konsums unter neuen Käufern.
Was die Kaufkraft betrifft, so war in den Einkommensklassen A und B ein Rückgang der E-Commerce-Ausgaben um 37 % zu verzeichnen, insbesondere im Großraum São Paulo – ein Zeichen für die Auswirkungen der Preisweitergabe und die Suche nach erschwinglicheren Alternativen. Im Gegensatz dazu haben die Einkommensgruppen C, D und E ihre Präsenz im digitalen Kanal ausgebaut, angeregt durch Apps, Sonderaktionen und gezielte Angebote. Diese Entwicklung sorgt für ein ausgewogeneres Profil der Online-Konsumenten und macht den Lieferservice zu einer immer breiteren Gewohnheit.
Der Markteintritt von Keeta ist mehr als nur eine neue App – er läutet eine neue Phase im brasilianischen „Lieferkrieg“ ein, einem Wettlauf, der zunehmend von Daten, Verbraucherverhalten und Komfort bestimmt wird und in dem derjenige als Sieger hervorgeht, der den Rhythmus, den Appetit und den Konsumzeitpunkt der Brasilianer am besten versteht. Unsere Experten verfügen über die relevantesten Daten dieses Marktes. Kontaktieren Sie uns, um zu erfahren, wie wir Sie bei den Entscheidungsprozessen Ihres Unternehmens unterstützen können.

