Unsere neuestenDaten zu „Entertainment on Demand“zeigen, dass der australische Streaming-Markt im letzten Quartal 2025 erneut eine erhebliche Umwälzung erlebt hat. Neue Daten von Worldpanel by Numerator zeigen klare Gewinner – und neue Herausforderungen – in der gesamten Branche.
Zwischen Oktober und Dezember 2025 verzeichneten Prime Video und Paramount+ das stärkste Abonnentenwachstum, angetrieben durch die Dynamik des Weihnachtsgeschäfts, überzeugende Inhalte und die steigende Attraktivität kostengünstigerer, werbefinanzierter Tarife. Gleichzeitig deuten Veränderungen im Fernsehverhalten darauf hin, dass die Australier angesichts der anhaltenden Preissteigerungen in dieser Kategorie die Anzahl ihrer Abonnements überdenken.
Prime Video festigt seine Führungsposition während der Weihnachtssaison
Prime Video belegte im vierten Quartal erneut den ersten Platz bei der Gewinnung neuer Abonnenten – eine Position, die es seit vier Jahren ununterbrochen innehat. Mit dem Anstieg des Weihnachtsgeschäfts bei Amazon rund um den Black Friday und den Boxing Day stieg die Prime-Haushaltsdurchdringung auf 37 %, während verstärkte Cross-Promotion-Maßnahmen erfolgreich dazu führten, dass mehr Prime-Mitglieder Prime Video nutzten.
Die Daten zeigen, dass immer mehr Australier sich für Prime Video entscheiden, weil sie die Marke wirklich lieben. Diese Einstellung ist im Jahresvergleich von 16 % auf 20 % gestiegen und spiegelt sich in einer stärkeren Kundenbindung wider: Die vierteljährliche Abwanderungsrate ist auf nur noch 6 % gesunken und entspricht damit der von Netflix – der niedrigsten auf dem Markt.
Auch lokale Inhalte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Titel wie „The Narrow Road to the Deep North“, „Top End Bub“ und „The Test“ ziehen weiterhin neues Publikum an und stärken damit die wachsende Präsenz der Plattform in Australien.
Paramount+ legt mit starken Werbeaktionen und erfolgreichen Serien weiter zu
Paramount+ konnte seine Dynamik mit einem Wachstum von 13 % im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr aufrechterhalten und blieb damit eine der führenden Plattformen hinsichtlich des Anteils neuer Abonnenten. Während Premium-Inhalte wie „Landman“ und „Tulsa King“ nach wie vor der stärkste Akquisitionsfaktor sind, stieg die Preis-Leistungs-Relation als wichtiger Motivationsfaktor stark an: Jeder vierte neue Abonnent gab dies als Grund für seinen Beitritt an.
Die Black Friday-Aktionen der Plattform spielten ebenfalls eine entscheidende Rolle, da mehr Kunden angaben, dass direkte E-Mail-Angebote zu Anmeldungen geführt hätten. Die Hälfte der neuen Paramount+-Abonnenten entschied sich für das kostengünstigere AVoD-Paket – ein Anstieg gegenüber einem Drittel im Vorjahr. Während die Zufriedenheit mit AVoD hinter dem werbefreien Paket zurückbleibt, sind die Bewertungen für das Preis-Leistungs-Verhältnis in beiden Gruppen insgesamt weiterhin außergewöhnlich gut und liegen an zweiter Stelle hinter Prime Video.
Die Herausforderung für Paramount+ ist die Kundenbindung: Die Abwanderungsrate bleibt mit 15 bis 20 % anhaltend hoch, was bedeutet, dass das langfristige Wachstum davon abhängt, ob es gelingt, die neu gewonnenen Zuschauer zu halten.
HBO Max wächst schnell – könnte aber vor einer großen Umwälzung stehen
HBO Max setzte seine rasante Expansion fort und steigerte seine aktive Reichweite bis zum vierten Quartal auf 12 % der VoD-Haushalte, gegenüber 5 % bei der Einführung zu Beginn des Jahres. Dank der Einbindung des AVoD-Angebots von HBO Max für Kabelkunden durch Foxtel erreicht die Zugangsreichweite sogar 23 %.
Wenn Foxtel-Kunden den Dienst häufiger nutzen, könnte HBO Max Stan und Paramount+ in Bezug auf die Gesamtreichweite in Haushalten übertreffen. Die unabhängige Zukunft der Plattform in Australien ist jedoch ungewiss. Durch die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Netflix könnten HBO-Inhalte in die Netflix-Oberfläche integriert werden – ein Schritt, der im Einklang mit dem langjährigen Fokus von Netflix auf ein einheitliches Nutzererlebnis steht.
Wenn diese Fusion vollzogen wird, würde sich die gemeinsame Reichweite von Netflix und HBO Max von 72 % auf 75 % der australischen VoD-Haushalte erhöhen, wobei die stärksten Zuwächse bei den Zuschauern über 55 Jahren zu erwarten sind. Das mögliche Ende der langjährigen Lizenzvereinbarungen von WBD mit Foxtel würde auch die australische Streaming-Landschaft neu gestalten. Derzeit beobachtet die Branche den Fortgang der Verhandlungen aufmerksam.
Wichtige Erkenntnisse zum australischen VoD-Markt im 4. Quartal 2025
- Die Zahl der australischen Haushalte mit mindestens einem Streaming-Dienst ging leicht auf 8,0 Millionen zurück, was auf den Rückgang der kostenpflichtigen werbefreien Abonnements zurückzuführen ist.
- Die Stapelraten stabilisierten sich bei 3,3 Diensten pro Haushalt, nach einem Höchststand von 3,4 im zweiten Quartal.
- Fast die Hälfte der VoD-Haushalte hat mittlerweile mindestens ein AVoD-Abonnement, gegenüber 37 % im Vorjahr.
- AVoD-Tarife machten ein Drittel aller Neuanmeldungen aus, wobei Prime Video mit 65 % den höchsten Anteil hatte, gefolgt von HBO Max und Paramount+.
- Die monatlichen Ausgaben in dieser Kategorie stiegen auf 52 Dollar pro Haushalt, gegenüber 50 Dollar im Vorjahr, trotz der Umstellung auf günstigere Tarife.
- Prime Video und Paramount+ hatten den größten Anteil an neuen Abonnenten (jeweils 13 %), gefolgt von Stan mit 11 %.
- Cricket wurde zum meistgesehenen Live-Sport, angetrieben durch internationale Spiele und The Ashes, mit starken Leistungen von 7Plus und Kayo.
- Stranger Things war Australiens meistgesehener und beliebtester Titel des Quartals, gefolgt von Landman von Paramount+.
Andrew Northedge, Direktor für Verbraucherforschung, Worldpanel by Numerator

